Was bedeutet es eigentlich, sein Leben im Griff zu haben? Der schottische Vielschreiber und Theatermacher David Greig reizt in seinem Stück "Monster" (2010) diese Frage ziemlich aus: Die 15-jährige Duck lebt seit dem Motorradunfall der Mutter allein mit dem MS-kranken Vater. Bisher hatten die beiden den Alltag ganz gut im Griff, aber allmählich fordert die Krankheit ihren Tribut, dem Vater geht es zunehmend schlechter, er droht zu erblinden und nun steht auch noch das Jugendamt vor der Tür.

So weit die Ausgangssituation von "Monster", das mit dem deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde. Im Lauf der 90-minütigen Aufführung wird im Vestibül, der Nebenspielstätte des Burgtheaters, einiges an Komödienroutine aufgeboten, um ein herzhaft-familiäres Chaos zu entfachen.

Rainer Galke und die Schauspielschülerin Caroline Baas ergeben dabei ein fabelhaftes Duo infernale, Katharina Pichler und Schauspielschüler Jonas Graber überzeugen in Mehrfachrollen. Regisseur Felix Metzner gelingt auf der bis auf ein rotes Sofa leeren Bühne eine stimmige Inszenierung, die gekonnt auf der überhitzten Gefühlsklaviatur der Komödie spielt.