Ein Dröhnen und Kratzen, eine Performerin mit dem Rücken zum Publikum windet sich an einer Wand. Dann ein Krachen und quer durch die Wand zieht sich plötzlich ein Riss. Ein scheinbarer Riss, denn es ist eine Projektion, die dann in Folge auch die Wände zerbröckeln lässt.

Der Wiener Choreograf und Tänzer Georg Blaschke und der Medienkünstler Jan Machacek setzen sich in ihrer jüngsten Zusammenarbeit "Giotto’s Corridor. Tanz in der Flucht", die am Wochenende im Brut Nordwest Uraufführung hatte, mit der malerischen Perspektive auseinander. Ausgehend vom Werk des italienischen Malers und Architekten Giotto di Bondone (1276-1337) verweben Blaschke und Machacek die tänzerische und gleichzeitig videomediale Performance zu einem Diskurs über die Nutzung von Tiefenillusion wie etwa Fluchtpunkt und Perspektive im Performanceraum.

Interessantes Konzept

Prinzipiell einmal mehr ein interessantes Konzept der beiden, das in einer perfekten Location mit überzeugenden Performern (Martina De Dominici, Evandro Pedroni und Eva-Maria Schaller) in Szene gesetzt wurde. Doch die Umsetzung gelingt nur stellenweise und hinterlässt beim Zuschauer offene Fragen bezüglich der Dramaturgie. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass der Zuseher in den engen Sitzreihen - je nachdem wo man sitzt - manche Projektionen und Zusammenhänge schwer bis gar nicht erkennen kann.