Es beginnt vielversprechend: Fünf barock umhüllte Wesen, die man als Frauen identifizieren könnte, verweigern sich. Über Video an der Theatertreppe und zum großen Auftritt bereit, deklarieren sie chorisch, was "Frau" alles zu tun hat im "normalen" Leben.

Und was sie nun nicht mehr tun werden. Denn sie stellen sich nicht mehr zur Verfügung. Jedenfalls nicht mehr für welche Begehrlichkeiten auch immer einer ins Wanken geratenen patriarchalen Gesellschaft, also globalen, der es dann auch in Laura Naumanns dystopischer Popshow an den Kragen geht.

Zumindest wenn es nach den medizinischen Visionen von Eva geht. Die erfolgreiche Ärztin, Mutter der mit der non-binären Simone liierten pubertierenden Valeria und heimliche Geliebte von Rockstar Joanne, will es wissen und hat Letztere mittels von ihr entwickelter pluripotenter Stammzellen geschwängert. Eine Welt ohne Männer ist endlich möglich. "Heißer Scheiß" röhrt so auch Baubo, die räudige ewige Spötterin, mittels Cortisonsalbe auch rhetorisch auf Vorderfrau gebracht.

"Feminist Utopia"

Fünf Frauen*, denen man den Stern nicht wieder entrissen hat, skalieren 80 Minuten lang über Normen, Zuschreibungen, Machtdispositive und Diskriminierungsparadigmen. Paul Spittlers fein besetzte Inszenierung der schön abgründigen Empowerment-Eloge reduziert sich auf die Abbildung des Textes, dessen Schwächen deutlich werden. "Feminist Utopia": viel vom Alten in alten Gewändern.