Eigentlich hätten es sechs Performerinnen sein sollen. Coronabedingt beschäftigten sich letztlich vier und ein Körperdouble mit dem Thema weibliche Ejakulation im Tanzquartier Wien.

"Go for it let go" nennt die heimische Choreografin und Performerin Christine Gaigg ihr dokumentarisches Projekt, das sich rund um Sexualität - aus weiblicher Sicht - dreht.

Das Setting erinnert an die TV-Sendung "Paula kommt - Sex und gute Nacktgeschichten": ein bequemes Sofa, Tischchen, Armlehnsesseln, Teppich und Grünpflanzen. Zum Wohlfühlen. Gaigg stellt den Performerinnen Fragen, zwei antworten live, eine weitere wird vom Tonband zugespielt und per Livecam mit Einspielung von Fotos integriert. Es ist eine chillige Plauderstunde ohne Tabus über selbstbewusste weibliche Sexualität und mit viel Humor.

Gleichzeitig liefert Gaigg Buchtipps und einen Überblick über die Geschichte der weiblichen Ejakulation zwischen Verdrängung, Tabuisierung, Vergessen und Wiederentdeckung. Die Inszenierung gleitet trotz aller Deutlichkeit in Wort und Bild nie ins Pornografische ab, ein Markenzeichen von Gaiggs Performence-Serie zur Sexualität, der man äußerst aufgeschlossen begegnen sollte. Manch einer verlässt den Saal.