Nach fünf Soloprogrammen steht Christof Spörk nicht mehr alleine auf der Bühne. Und das ist gut so. Nicht, dass er ohne Bühnenpartner schlecht gewesen wäre, aber zu zweit mit dem Italiener Alberto Lovison ist er einfach noch besser. Weil man ihr Arbeitsverhältnis durchaus als kongenial bezeichnen kann. Der Schlagzeuger und Perkussionist untermalt mit Verve jedes von Spörks Worten, mit denen der gebürtige Steirer, der jetzt im Burgenland lebt (das spielt im Programm eine Rolle), zunächst das Glück sucht beziehungsweise der Frage nachgeht, was Glück eigentlich ist und wie man es findet.

Und ob man es überhaupt braucht, zumal als Österreicher. Denn der Homo austriacus fühlt sich ja eigentlich am wohlsten, wenn er sudern kann - und das geht "dahaam" (daher auch der Programmtitel) halt am ungestörtesten. Und zum Sudern gibt’s genug. Mehr als genug. Da gehört natürlich auch Corona dazu, wiewohl Spörk nicht nur Schlechtes an der Pandemie findet.

Aber es gibt ohnehin Dinge, die ihm noch größere Sorgen bereiten. Da ist zum Beispiel der Niedergang der Männergesangsvereine, ach was, der Männer insgesamt. Denn die sind out. Aber, so tröstet Spörk die Hälfte seines Publikums: "Alles kommt wieder. Es wird dann nur oft teurer."

Viele Versatzstücke

Spörk selbst sudert aber nicht. Der wird gleich richtig cholerisch und singt sich in Rage in einem von mehreren genial aufgebauten Liedern, in denen er neben seinem sprachlichen auch sein musikalisches Können beweist. Es steckt jedenfalls einiges an Grant in seinem Programm, aber auch viel Charme, wenngleich sehr rustikaler. Und noch mehr Rhythmus, für den Lovison sorgt.

Einen roten Faden gibt es nicht wirklich, es sind eher viele Versatzstücke, die eines das andere ergeben. Da führt dann etwa ein Plastikspielzeug im burgenländischen Garten dazu, dass Spörk sein Publikum lautstark auf die chinesische Westerweiterung - mit der sich das knieweiche Österreich schon arrangieren wird - einschwört. Und von China ist es nicht weit zum Thema Freiheit, die sich wo manifestiert? Richtig, in der Freiheit, sich einzusperren im eingefriedeten, spießigen Eigenheim. Spätestens hier wird es (selbst)entlarvend. Weil er selbst auch in einem solchen residiert. Aber er ist natürlich nicht wie die anderen. Er ist der Gute. Ein echter Homo austriacus halt.

Christof Spörk & Alberto Lovison: Dahaam

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