Zumindest die Aussichten sind erfreulich: Ab 19. Februar soll 3G statt 2G gelten und am 5. März auch diese Regel fallen, hieß es am Mittwoch nach dem Corona-Gipfel der Regierung. Ob Wien dabei mitzieht oder bei strengeren Vorgaben bleibt, sei zwar noch offen, betonte Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, am Donnerstag in einem Pressegespräch gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Annamaria Šikoronja-Martines. Dennoch blickt er moderat-hoffnungsvoll in die Zukunft des Bühnenkonzerns, zu dem Staats- und Volksoper, Burgtheater und die Art for Art Theaterservice GmbH zählen; der Vorverkauf habe zuletzt angezogen.

Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020/21, die nun auf dem Tisch liegen, beinhalten freilich "dramatische" Werte wegen des Lockdowns zwischen November und Mai und der flankierenden Zutrittsbeschränkungen. So verzeichnete das Burgtheater eine Auslastung von nur 68 Prozent - ein massiver Absturz im Vergleich zu den 82 Prozent der letzten Vor-Corona-Saison 2018/19. Die Volksoper rutschte in der vorigen Spielzeit auf 67 Prozent ab, nachdem sie zwei Jahre davor noch bei 80 Prozent gelegen war, die Staatsoper sank auf 94 Prozent. Zugleich rasselte der Eigendeckungsgrad der Häuser in den Keller. Die vormals so starke Staatsoper lag in der vorigen Saison nur noch bei 12,8 Prozent (rund ein Viertel des Werts von ’18/19), die Burg stürzte während der vorigen zwei Saisonen um die Hälfte auf 11,7 Prozent ab, die Volksoper rangierte 2020/21 gar nur bei 5,3 Prozent.

Die Bilanzzahlen lesen sich dagegen überraschend: So kommt die Volksoper bei ihrem Jahresergebnis nach Steuern auf ein Plus von 5,7 Millionen Euro, das Burgtheater auf einen Positivwert von 7,3 Millionen. Die Überschüsse erklären sich vor allem durch Fördermaßnahmen wie die Kurzarbeit, sagt Kircher, beim Burgtheater kämen noch die Auflösung von Reserven hinzu, die im Kontext des Finanzskandals aus den 2010er Jahren angelegt werden mussten.

Die Staatsoper schneidet in der Kategorie Jahresergebnis dagegen denkbar schlecht mit einem Minus von 2,5 Millionen ab. Der Grund? Das Nachlassen ihrer bisher herkulischen Eigenwirtschaftlichkeit. Karteneinnahmen von 37 Millionen Euro seien durch Kurzarbeit nicht ersetzbar, sagt Kircher. Das Minus wurde mit Rücklagen des Hauses ausgeglichen. Überhaupt verfügen alle Unternehmen der Holding weiterhin über Reserven.

Auch die konzernweiten Zahlen verursachen keine Existenzsorgen. Zwar führte die Pandemie 2020/21 zu einem Umsatzrückgang von 61,3 Millionen Euro und einem Mehraufwand von deren 4,9. Dies halte sich jedoch die Waage mit Corona-Förderungen von rund 41,6 und Einsparungen von 25 Millionen Euro, sagt Kircher.

Hacker-Angriff im Vorjahr

Ebenfalls positiv: Der Bühnenverband hat 2021 eine Erhöhung der Basisabgeltung um 13 Millionen Euro zugesprochen bekommen. Die Aufteilung des Geldes sei noch Verhandlungssache, die nächste Dreijahresplanung aber gesichert - jedenfalls aus heutiger Sicht.

Ein Problem, das die Bundestheater diskret gelöst haben: Ein Cyberangriff im März 2021. Die Holding hatte eine entsprechende Anfrage der "Wiener Zeitung" im Vorjahr dementiert und die Attacke erst nun eingeräumt. Unbekannte hatten die Server damals für zehn Tage lahmgelegt. Die Bundestheater seien jedoch versichert gewesen; es seien keine Lösegelder geflossen und keine Daten abgesaugt worden.