Noch liegt vielen von Weihnachten das Hüftgold auf den Rippen, da denkt das Eisenstädter Herbstgold-Festival bereits an die nächste Ausgabe, die ab 11. September ins Burgenland lädt. Bis 25. September hat Intendant Julian Rachlin ein Programm zusammengestellt, für das sich Größen wie John Malkovich, Cornelius Obonya oder Juan Diego Flórez in Eisenstadt einfinden. Präsentiert wurden die Vorhaben am Montag im Wiener Museumsquartier.

Rachlin, der heuer zum zweiten Mal dem 2017 initiierten Festival vorsteht, hat dabei das vom Eisenstädter Hausgott Haydn abgeleitete Motto "Leidenschaft" ausgerufen. Dazu passend nimmt sich das Ehepaar und Regieduo Carolin Pienkos und Cornelius Obonya das frühe Mozart-Singspiel "Bastien und Bastienne" semiszenisch vor. Mit dem Mozart'schen Pubertätswerk könne man angesichts der Verwerfungen durch die Coronapandemie vielleicht auch ein Signal an Junge aussenden, unterstrich Obonya: "Es geht auch darum, einer Jugend zu zeigen, dass man mit Leidenschaft sehr, sehr weit kommen kann."


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Herbstgold-Festival

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Malkovich kommt mit "The Music Critic"

Hollywoodschauspieler John Malkovich wird mit seinem Sprech-Musikstück "The Music Critic" unter anderem an der Seite von Igudesman, Joo und dem Hausherrn Rachlin zu erleben sein, Startenor Flórez mit einem Recital. Stermann und Grissemann stellen "Loriots dramatische Werke" vor, während Valery Gergiev mit dem Mariinsky Orchester den Haydn-Saal in Schloss Esterhazy zum Klingen bringt.

Die Entscheidung, 2017 die Haydn-Festspiele einer Verbreiterung, einer Modernisierung zu unterziehen, habe sich als vollkommen richtig erwiesen, unterstrich Esterhazy-Chef Stefan Ottrubay: "Es hat sich bewährt, bis auf ganz wenige Karten war vergangenes Jahr alles verkauft." So kam man im Vorjahr mit 5.000 verkauften Tickets auf eine Auslastung von rund 97 Prozent. Dabei sei man nicht zuletzt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) zu Dank verpflichtet, der den Knoten der langjährigen Konflikte zwischen Landespolitik und der Esterhazy-Stiftung durchschlagen habe. "Heute haben wir wieder einen direkten Ansprechpartner. Es wird uns dabei nichts geschenkt, es wird sehr, sehr hart verhandelt. Aber wir haben einen Dialogpartner", so Ottrubay.

"Es ist immanent wichtig für die Kulturschaffenden, dass ihnen wieder zugehört wird, dass sie wieder Applaus bekommen", entbot auch Doskozil im Gegenzug seinen Dank an die Esterhazy-Stiftung. Er hoffe auch, dass die Politik allgemein aus den vergangenen zwei Jahren ihre Lehren gezogen habe: "Man sollte alle Möglichkeiten auf Bundesebene nutzen, eine stabile Basis für die Kulturschaffenden in der Zukunft zu schaffen."

Dass es nun absehbar auch im Burgenland ein Landesorchester geben werde, sei ein Beitrag, den man auf Landesebene dazu leiste. Einen fixen Zeitplan könne er hier noch nicht benennen. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dieses Orchester nächstes Jahr das erste Mal hören werden." Der neue Klangkörper soll dann zusätzlich zu einem fixen Personalstamm um Studierende des Haydn-Konservatoriums ergänzt werden und Hausorchester der Seefestspiele Mörbisch sein. (apa)