Connie und Tristan, Probanden einer Studie für ein neues Medikament, verlieben sich ineinander. Liegt es an den Pillen? Kriegt vielleicht einer von beiden nur ein Placebo? In der Wiener Scala erlebt das preisgekrönte Stück "The Effect" der Britin Lucy Prebble seine österreichische Erstaufführung.

Hausherr Bruno Max inszeniert die "pharmazeutische Liebesgeschichte" mit Humor, aber auch mit der nötigen Schärfe. Marcus Ganser hat die Bühne nur mit dem Nötigsten ausgestattet, John Lennons "Love is real" sorgt für die passende Untermalung. Leider hält das Stück im zweiten Teil nicht, was der erste verspricht. Die Autorin wirkt sehr darauf bedacht, Wendungen einzubauen, die überraschend - oder dem Stücktitel gemäß "effektvoll" - sein sollen, aber das Stück in die Länge ziehen. Stoff zum Nachdenken gibt es genug: Was ist Liebe? Wie reagieren Gehirnzonen auf äußere Reize, wie auf zugeführte Chemie? Wie seriös sind medizinische Studien? Dass die Herkunft von Gefühlen ein Rätsel bleibt, deutet Expertin Inga Neumann im Programmheft an: "Von den Aktivierungsmustern im Gehirn darauf zu schließen, was psychologisch im Kopf eines Menschen abläuft, ist wissenschaftlich heikel."

Aus dem Ensemble ragt Christina Saginth, die mit feuerrotem Haar glaubwürdig die Ärztin Lorna James darstellt, heraus. Als ihr karrierebewusster Vorgesetzter Tobv Sealey macht Anselm Lipgens gute Figur. Veronika Petrovic (Connie) und Marc Illich (Tristan) zeigen Talent, wirken aber zeitweise nicht ganz lebensecht, sondern wie - Schauspieler.