Das Pariser Chatelet-Theater nimmt das Ballett aus Kiew auf, das nach einer Frankreich-Tournee angesichts des Kriegs in der Ukraine im Land bleiben möchte. Das Kiew City Ballet, das sich derzeit in Paris befindet, habe den Wunsch geäußert, vorerst in Frankreich zu bleiben, um weiter zu arbeiten, zu proben und seine Kunst am Leben zu erhalten, teilte die Pariser Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo am Donnerstag mit.

Auf ihre Bitte hin nehme das Théatre du Chatelet das Ballett in Residenz auf - so lange, wie das Ballett es wünsche. Dabei war das Ensemble aus Kiew mit seiner Nussknacker-Aufführung eigentlich nur für das Bolschoi-Theater aus Belarus eingesprungen, das wegen Corona-Beschränkungen seine Tournee nicht antreten konnte. Nach Stationen in verschiedenen französischen Städten stand das Ballett aus Kiew am 24. Februar in Paris auf dem Programm. An dem Tag begann der russische Einmarsch in die Ukraine.

Ein anderes Ensemble aus der ukrainischen Hauptstadt, das Grand Ballet von Kiew, das am 2. März eine Aufführung in der Nähe der französischen Stadt Arcachon gab, sollte zu einer Tournee mit zehn Terminen in Polen aufbrechen. Die Kompagnie gab ihre politische Stellungnahme deutlich ab: Zur Unterstützung der Ukraine schwebt die gelb-himmelblaue Flagge im Saal und sie sangen die Nationalhymne.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am vergangenen Donnerstag gibt es in Frankreich immer mehr Initiativen zur Unterstützung der ukrainischen Künstler. Auf Initiative von Lucie Berelowitsch, Direktorin des Préau Centre Dramatique National de Normandie-Viren, verpflichtete sich ein Kollektiv von Direktoren und Direktorinnen von Kulturstätten in einem in der Zeitung "Libération" veröffentlichten Beitrag, "sie willkommen zu heißen". (vf)