Das Ende ist nah. Das Schauspielhaus-Hotel schließt nach fünf Monaten seine Pforten. Die Zimmer sind leer, da ein aufgestelltes Bett vor einem falschen Fenster, dort flimmert noch ein Radio, die Tapeten lösen sich von den Wänden und geben alte Plakate frei. Platz finden die letzten Gäste auf einer roh gezimmerten Tribüne im Zuschauerraum, die sich auf der Bühnenseite fortsetzt und hinaufführt zu weiteren stumm gewordenen Hotelräumen.

In dieser Endzeitlandschaft nimmt ein Schauspieler (Sebastian Schindegger) Abschied. Im schillernden Kunstfaser-Trainingsanzug ist auch er für den Abgang bereit, den er zur Begrüßung von selbst eingespieltem Applaus frenetisch einläuten lässt. Noch ein paar letzte Witze ohne Pointe - und er hätte noch gerne sein Debütalbum vorgestellt, doch er findet das Ende des Kabels für sein Keyboard nicht. Eine Kollegin kommt, auch sie will sich rasch noch verabschieden, ein paar Dinge mitnehmen. Ein Kollege bringt letzte Säcke aus einem der verlassenen Räume. Ein anderer Kollege ist schon auf dem Sprung zur nächsten Party. Zuletzt stößt noch eine Kollegin zur charmant unterspannt von einer Geschichte über den Weltuntergang zur nächsten treibenden Gruppe. Sie ist auf dem Weg zum Beginn des Stückes, erzählt sie. Und dass sie vom Ende her kommt. Dass es überwältigend sein wird.

Mit der an Katie Macks Wissenschaftsbestseller "The End of Everything" angelehnten Stückentwicklung "The End of it All" von Tomas Schweigen (Regie) und Ensemble ist ein zart verglühender Versuch über den Abschied im Rücken gelungen, an dessen Ende der schwarze Hase freundlich zum Inferno lädt.