Der von der Stadt München seit 2016 vergebene Dieter-Hildebrandt-Preis geht heuer an den österreichischen Kabarettisten Severin Groebner (52), Groebner ist auch den Wienerzeitung-Lesern bestens bekannt, schreibt er doch wöchentlich seine Glosse "Glossenhauer".

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird für anspruchsvolles politisches beziehungsweise dezidiert gesellschaftskritisches Kabarett vergeben und wird voraussichtlich Ende Mai vor geladenen Gästen verliehen, hieß es in einer Aussendung.


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Severin Groebner - offizielle Webseite

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Die Jurybegründung

"Mit dem Charme und der Boshaftigkeit des Wiener Humors legt Severin Groebner in einer beeindruckenden Beredtheit, deren Wortdichte die ganze Aufmerksamkeit des Publikums erfordert, den Finger in die Wunden der Gesellschaft, rührt am Gewissen und das mit großer Vergnüglichkeit", heißt es in der Jurybegründung. "Schlau und witzig, mit viel schwarzem Humor, zeichnet er die Szenarien, die uns und unsere Welt bedrohen: Klimawandel, Populismus, Rechtsnationale, Fake-News und alternative Fakten, Rechtsverlust, ein dem Luxus geschuldeter hemmungsloser Umgang mit den Ressourcen ... " Besonders gewürdigt wird sein Programm "Der Abendgang des Unterlands": "Hätten die heutigen Despoten dieser Welt sich das Programm mal angeschaut, dann müssten Groebner und wir uns vielleicht des Nachts nicht mehr so viel Gedanken machen darüber, was das Abendland eigentlich am Morgen danach macht'. Groebner stellt die richtigen Fragen und wüsste auch die Lösung, nur leider fragen ihn die Diktatoren dieser Welt nicht. Den Dieter-Hildebrandt-Preis hat er sich trotzdem mehr als verdient."

Der 1969 geborene Wiener trat von 1992 bis 1999 als Musik-Kabarettist zusammen mit Klaus Gröll als Gröll & Groebner auf und hat laut seiner Homepage seit 1999 sechs Soloprogramme sowie einen Umzug nach Deutschland (zuerst München, jetzt Frankfurt am Main) bewerkstelligt. Zu seinen bisherigen Auszeichnungen zählen der Salzburger Stier (2004) sowie der Österreichische Kabarettpreis (2013 für das Programm "Servus Piefke"). Groebner ist auch Kolumnist der "Wiener Zeitung".

Bisherige Träger des in Gedenken an den 2013 verstorbenen deutschen Kabarettisten und Schauspieler Dieter Hildebrandt gestifteten Preises sind Claus von Wagner, Josef Hader, Andreas Rebers, Christine Prayon, Frank-Markus Barwasser und zuletzt Sarah Bosetti. (apa)