Sex haben sie im Kopf. Sex, Sex und nochmals Sex. Nur Trekkie hat nicht Sex im Kopf. Trekkie hat Porno im Kopf. Und sie alle suchen nach ihrer Bestimmung, sind einsam, sind bitter, sind, ja, auch das gibt es, irgendwie doch glücklich. Auch, wenn das Glück voller Fragezeichen ist.

Auch Monster-Frauen belastet Einsamkeit. - © Bettina Frenzel
Auch Monster-Frauen belastet Einsamkeit. - © Bettina Frenzel

Puppen sind sie (fast) alle: Die Leutchen aus der "Sesamstraße" wohnen jetzt in der "Avenue Q" auf halbem Weg zu Peter Jacksons "Feebles", ein gewisser Basti ist ihr Hausmeister. Man verträgt sich, streitet, liebt und liebt wirklich. Es geht zur Sache, dass die Missionare ihre Stellungen aufgeben. Man ist erwachsen geworden als Puppe und auch etwas neurotisch.

Ein bisschen Zank, ein bisschen Liebe: Julia Werbick. - © Bettina Frenzel
Ein bisschen Zank, ein bisschen Liebe: Julia Werbick. - © Bettina Frenzel

Die Produktion des Theaters Scala in Regie und Bühnenbild von Marcus Ganser ist frisch, frech, vergnüglich. Ach was - sensationell ist sie! Die beste Musical-Produktion der Stadt seit langem: Weil Jeff Whitty (Buch), Robert Lopez und Jeff Marx (Songtexte und Musik) ein anderes Musical machen, eines mit Köpfchen statt Technikeffekten. Ein bisschen (auch moralisch) schmutzig, mit tenoral-nasaler Musik, die mit Kurt Weill liebäugelt, Andrew Lloyd-Webber samt Imitatoren durch den Kakao zieht und mit der Nummer "Es ist ein schmaler Grat" einen echten, unverkitschten Ohrwurm hat. In den USA ist das Stück ein Off-Broadway- und Broadway-Dauerbrenner und räumte 2004 die drei wichtigsten Tony-Awards ab: Musical, Buch, Musik.

In der Wiener Scala ist die Puppenaktion, etwas Muppets, etwas Nikolaus Habjan, perfekt. Julia Werbick und Nick Harras führen das Puppenensemble an, Katrin Fuchs und Marius Lackenbucher das der Menschen, und alle, alle sind sie so großartig, dass man nicht genug bekommt. Wer das versäumt, versäumt etwas!