Das Tschechische Nationaltheater in Prag hat wegen der russischen Invasion in der Ukraine ein Werk des russischen Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowski aus seinem Programm gestrichen, und zwar die Oper "Pantöffelchen". Das berichtet der tschechische Nachrichtenserver "SeznamZpravy.cz". In der Begründung heißt es, es handle sich um keinen Boykott russischer Kultur, allerdings wolle man wegen des historischen Kontextes "eine Erzählung über das Große russische Reich nicht unterstützen".

In einer Situation, wo Russland einen aggressiven Krieg gegen die Ukraine führe und imperiale Forderungen erhebe, "tritt leider der historische Kontext, in dem sich die Tschaikowski-Oper abspielt, in den Vordergrund und wird zu einem sensiblen Thema, vor dem man die Augen mit dem Hinweis, dass es sich 'um nur ein Märchen' handelt, nicht verschließen kann", erklärte der Kunstdirektor der Oper des Nationaltheaters, Per Boye Hansen.

"Russische Werke bleiben im Programm"

Andere Werke russischer Autoren, wie etwa "Schwanensee" von Tschaikowski oder "Aschenbrödel" von Sergei Prokofjew, werde es weiterhin im Programm des Nationalthaters und seiner Oper geben.

Die Oper basiert auf einer Erzählung Nikolai Gogols und spielt in der Ukraine. Die Handlung kreist in erster Linie um den Gegensatz Stadt-Land und Heidentum-Christentum, zeigt aber, ohne, dass daraus Relevantes für die Handlung gewonnen würde, die Ukraine als einen Teil Russlands.

Ein walisisches Orchester hat bereits eine Sinfonie Tschaikowskis abgesetzt, weil die Aufführung als "ungeeignet" eingestuft wurde. In Montreal wurde der russische Pianist Alexander Malofeev vom Programm gestrichen, obwohl er sich gegen den Ukraine-Krieg ausgesprochen hatte. Aber, so die Begründung, man wolle verhindern, dass Gelder aus dem Westen, was Gagen miteinschließt, nach Russland gehen. (apa/ps/saw/ar/red)