Drei Männer und kein (sichtbarer) Wal in einer minimalistischen Kulisse - trotzdem ist "Moby Dick" im Perchtoldsdorfer TheaterOrt eine beeindruckende Inszenierung. Weil Heino Sellhorn, Thomas Bammer und Uwe Schade erstens archaische, bärbeißige Walfänger geben und zweitens mit Cello und Kontrabass als Begleitinstrumenten eine plastische Szenerie erschaffen, auch wenn auf der Bühne bloß eine Holzkiste und ein Mast stehen.

Drei bärbeißige Walfänger: Heino Sellhorn, Thomas Bammer und Uwe Schade (v.l.). 
- © TheaterOrt

Drei bärbeißige Walfänger: Heino Sellhorn, Thomas Bammer und Uwe Schade (v.l.).

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Die Faszination des Meeres und vor allem der Wale; das Knarren der Fangboote beim Warten auf das Wiederauftauchen der sanften Riesen; den Widerstreit zwischen der persönlichen Rache Käpt’n Ahabs und dem Wohl der Mannschaft, für das er eigentlich sorgen sollte; die Dramatik der Waljagd und auch deren Brutalität - all das fangen die beiden Instrumente ein, während die drei Schauspieler in die verschiedenen Rollen an Bord der "Pequod" schlüpfen.

Das ist aufregend und spannend, ein bisschen lehrreich (wenn sie erklären, warum Wale damals überhaupt gejagt wurden) und zwischendurch auch ein bisschen ironisch. Die Geschichte über Rache und Hass, Gehorsam und Loyalität, menschliche Anmaßung und den Kampf gegen die Natur hat zurecht ein Mindestalter von 12 Jahren. Auch, weil sie nicht gut ausgeht - jedenfalls nicht für die drei Seebären, die diesen Walkampf ausfechten.

Rau geht es zu im Hafen und auf hoher See. 
- © TheaterOrt

Rau geht es zu im Hafen und auf hoher See.

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