Diese Saisonvorschau ist eine Hoffnungsbekundung", sagt Volkstheater-Intendant Kay Voges am Beginn der Pressekonferenz. Die bereits dritte Spielzeit unter seiner Ägide beginnt mit einem Bekenntnis zur bildenden Kunst: Der US-amerikanische Titan Paul McCarthy wird die Bühne vom 3. bis 7. September mit dem Projekt "NV/ Night Vater / Vienna" bespielen. Auch Jonathan Meese wird im Herbst unter dem Titel "Barrier Reef (Die französische Revolution ist back)" einen weiteren theatralischen Exzess anzetteln.

Intendant Kay Voges wird sich ab 24. September mit Goethes "Faust" auseinandersetzen und mit "Endspiel" erneut ein Meisterwerk von Beckett inszenieren, Premiere ist am 8. November.

Am 1. Oktober bringt Leander Haußmann Molières "Der eingebildete Kranke" auf die Bühne. Der Theater- und Filmregisseur ("Sonnenallee") hat bereits mehrfach mit durchschlagendem Erfolg Molière inszeniert.

Forever Shakespeare

Sebastian Baumgarten, der sich auch als Opernregisseur einen Namen machte, wird nun erstmals in Wien tätig sein: Am 14. Oktober zeigt er seine Deutung von Luis Buñuels "Der "Würgeengel". Ein weiterer Höhepunkt dürfte das Shakespeare-Mammutunternehmen von Luk Perceval werden: Nach dem Erfolg von "Schlachten!" bei den Salzburger Festspielen 1999, in dem der flämische Regisseur Shakespeares Königsdramen verschränkte, versammelt er nun unter dem Titel "Rom" Shakespeares Antiken-Zyklus, Premiere ist am 15. April.

Sascha Hawemann, der im Vorjahr mit "Erniedrigte und Beleidigte" eine überaus gelungene Inszenierung vorlegte, setzt in der kommenden Spielzeit mit der Dramatisierung von Upton Sinclairs "Öl" nach.

Der schwedische Theatermacher Markus Öhrn begeistert bei den Festwochen mit seiner szenischen Aufarbeitung von häuslicher Gewalt, in der Nebenspielstätte Volx in Margareten, wird er sich ab 30. März mit Ingmar Bergmanns "Szenen einer Ehe" beschäftigen. Die kommende Saison setzt auf Klassiker und neue Projekte, nur die Beschäftigung mit österreichischer Dramatik fällt diesmal leider weitgehend aus.

Auch die Bilanz der laufenden Spielzeit fällt durchwachsen aus. Die Kartenerlöse liegen "unter den Erwartungen", so der kaufmännische Geschäftsführer Kay Urbanek. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 47 Prozent, die Zahl der Abonnenten hält derzeit beim historischen Tiefstand von 250. Ab sofort werden neue Abos aufgelegt. Intendant Voges zeigt sich indes optimistisch: "Das Volkstheater wird ein Erlebnistheater."