Was macht eigentlich Ludwig van Beethoven im Himmel? Komponiert er dort munter weiter auf seinem Wolkerl? Mit dem Wolferl? Oder muss er sich gar mit Plagiatsvorwürfen herumschlagen, weil das "Tatatataaa" seiner Fünften gar nicht von ihm sein soll? Nun, in Roman Seeligers neuem Klavierkabarettprogramm ist es genau so: Da steht der große Beethoven vor dem himmlischen Kadi und muss sich rechtfertigen, während nebenher seine "unsterbliche Geliebte" gesucht wird. Dabei haben auch so prominente Kollegen wie Falco oder William Shakespeare ihre Auftritte.

"Se(e)liger Beethoven hätte eigentlich schon 2020 zum 250. Geburtstag des Musikgenies Premiere feiern sollen, ist damals aber pandemiebedingt vorerst als gleichnamiger Comic erschienen. Nun aber bringt Seeliger sein Programm auf die Bühne im kleinen, aber feinen Haus Hofmannsthal im 3. Bezirk. In dieses heimelige Ambiente passt auch sein ruhiger, feinsinniger Humor, der von zarten Wortspielen, eher harmlosen Persiflagen und Parodien - und natürlich seinem Talent am Flügel lebt. Da wird auch variiert und herumkomponiert, was das Zeug hält, und es kann schon einmal vorkommen, dass eine Sonate in f-Moll zu einem Boogie mutiert oder Beethoven mit Mozart oder Gershwin gemixt wird. Der himmlische Prozess und die Suche nach der "unsterblichen Geliebten" dienen dem Pianisten (und hauptberuflichen Juristen) in erster Linie als Rahmenhandlung für eine humoristisch-musikalische Hommage an Beethoven.

Roman Seeliger: Se(e)liger Beethoven

Nächster Termin: 19. Mai, Theater L.E.O.

Mehr Info: www.pianistwien.at