Wie die Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert! Man sagt das ja oft so dahin, mitunter auch ein bisschen sarkastisch, aber in diesem Fall passt es wirklich: jetzt gibt es ihn tatsächlich schon zehn Jahre, den "Glossenhauer". Die Kolumne von Kabarettist Severin Groebner in Ihrer liebsten Tageszeitung feiert runden Geburtstag und ihr Autor begeht ihn mit einer Matinee. In der Drachengasse Bar & Co wird er "die schönsten und die schlimmsten Kolumnen" vorlesen. Und laut Ankündigung auch die aktuellste - so er sie rechtzeitig fertig hat.

Nun, das ist sich eigentlich immer ausgegangen bisher. Selbst wenn sich Groebner mal eben ganze Dramolette ausgedacht hat. Die erste Glosse war freilich noch nicht so ausgefeilt, was nicht heißt, dass sie nicht auch brillant war: Am 31. März 2012 ging es oberflächlich besehen um Ostern und im Vorbeigehen bekamen noch André Heller und Karl Heinz Grasser eine mit auf den Weg. Weitere Artikel in dieser historischen Feuilletonausgabe handelten übrigens vom Aufstieg der "Subkultur" Hipster und vom Kinofilm gewordenen Handyspiel "Angry Birds".

Grasser - schönes Stichwort. Nur einer von vielen politischen und anderen Protagonisten, die sich Groebner im "Glossenhauer" zur Brust genommen hat - und die sich diese Ehre redlich verdient haben. Nur einmal, da hat auch er fast die Waffen gestreckt - als nämlich in der Ibiza-Affäre die Realität sich anschickte, die Satire arbeitslos zu machen.

Übrigens ist dieses Jubiläum nicht das Einzige, was Severin Goebner heuer zu feiern hat. Im März wurde ihm der renommierte Dieter-Hildebrandt-Preis zuerkannt. Gratulation!(cb)