Der Theaterabend "The Shadow Whose Prey The Hunter Becomes" ("Die Schatten, deren Beute der Jäger wird") ist im Grunde eine aktivistische Versammlung, bei der drei Performer auf der leeren Bühne im Theater Akzent eine ganze Reihe an gegenwärtigen Diskursen ansprechen. Im Kern dreht sich dabei alles darum, wie die Gesellschaft ihre Moralvorstellungen in Zukunft verändern müsste.

Im Lauf der 60-minütigen Vorstellung schaltet sich die elektronische Spracherkennung ins Geschehen ein. Siri übernimmt fortan eine tragende Rolle und das Diskurstheater landet punktgenau bei der Frage: Wie kann sich die Menschheit gegen die Überlegenheit der Künstlichen Intelligenz behaupten? Ist der Mensch künftig der Fehler im System? Die Abweichung von der Norm?

Die Performerin Sarah Mainwaring erlitt eine schwere Kopfverletzung, seitdem ist sie geistig und körperlich beeinträchtigt. Scott Price bezeichnet sich selbst als Autist und von Chris Hanson erfährt man nur, dass er jedenfalls "nicht normal" sei. Die drei Performer gehören zur australischen Truppe "Back to Back", die seit über 30 Jahren überaus erfolgreich inklusives Theater betreibt. "Back to Back" gehören wie das Züricher "Hora-Theater" oder das Berliner "Theater Rambazamba" zum exklusiven Kreis inklusiver Theatergruppen, deren Inszenierungen überregional Beachtung finden.

Wie die drei Darsteller in "The Shadow Whose Prey The Hunter Becomes" das Publikum zur Selbstermächtigung im digitalen Zeitalter animieren, geht einem ans Herz. Mehr davon.