Die Scala wird ihre nächste Saison mit der russischen Oper "Boris Godunow" eröffnen. Modest Mussorgskis Oper wird am 7. Dezember ihre Premiere feiern, kündigte Scala-Intendant Dominique Meyer am Montag an. Die Hauptrolle übernehmen russische Künstler, darunter Ildar Abdrazakow und Anna Denisova. Regisseur ist der Däne Kasper Holten.

"Ich bin nicht für eine Hexenjagd. Ich bin nicht für die Streichung russischer Werke, und wenn ich Puschkin lese, verstecke ich mich nicht", erklärte Meyer bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Saison in Mailand. "Ich bin kein Politiker, sondern ein Intendant im Dienste dieses Theaters. Ich hatte den Dirigenten Valery Gergiev, den ich sehr bewundere, aufgefordert, seine Stimme für eine friedliche Lösung im Ukraine Konflikt zu erheben. Ich kann das aber nicht von jedem Sänger verlangen", fügte Meyer hinzu.

Die ob einer anfänglich zurückhaltenden Positionierung gegenüber dem Ukraine-Krieg ebenfalls in die Diskussion geratene Anna Netrebko wird kommende Spielzeit ebenfalls an der Scala zu hören sein. Die Wahlösterreicherin singt ab 26. Juni die Partie der Lady Macbeth in Verdis "Macbeth". Außerdem ist die 50-Jährige am 19. März mit einem russischen Liederabend am Haus zu hören - ein weiteres Statement der Scala im Hinblick auf die reiche russische Kultur.

"Boris Godunow wurde 1909 an der Scala in Italien erstmals aufgeführt und war auch in den folgenden Spielzeiten stets präsent, insbesondere dank Arturo Toscanini, der es zwischen 1922 und 1927 vier Spielzeiten lang dirigierte", berichtete der Musikdirektor der Scala Riccardo Chailly.

"Ich bin sehr glücklich über die Premiere mit 'Boris Godunow', ein absolutes Meisterwerk. Ich hoffe, dass bis zum 7. Dezember es Frieden geben wird", kommentierte der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala, Präsident der Scala-Stiftung. Die Scala feiert traditionsgemäß am 7. Dezember, Tag des Heiligen Ambrosius, dem Schutzpatron der Stadt Mailand, den Beginn der neuen Saison. (apa)

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