Wenn Christian Deix und Olivier Lendl für den Kultursommer Laxenburg ein Stück schreiben, dann kann es eigentlich nur boshaft-satirisch werden. Vor allem, wenn beide auch selbst mitspielen. In "Der Guru oder Der Weg ins Shangri La La La!" nehmen sie Biotrends, Veganismus und Esoterik ordentlich auf die Schaufel.

Intendant Adi Hirschal gibt den Bankräuber Vickerl Pechacek, der auf der Flucht durch eine Verwechslung als Guru in Johannes Korntheuers (Lendl) Meditationshotel landet, wo Topmanagerin Dorothee Benka (Angelika Niedetzky) auf Unterweltboss Gustav Schwerdfeger (Deix) trifft. Während Vickerl verzweifelt versucht, seine Beute zu sichern, taucht auch noch seine Frau Karin (Pia Baresch) auf und macht das Chaos perfekt. Vor allem, weil sie gemeinsame unschöne Erinnerungen mit Benka teilt, während den "feschen Gustl" und Vickerl mehr verbindet, als beiden klar ist.

Blank liegende Nerven statt entspannender Achtsamkeit

Denkbar schlechte Voraussetzungen also für eine Meditation. Auch, weil der eine wegen Kleinigkeiten Wutanfälle bekommt und eigentlich lieber fernschauen will, während die andere parallel zum Yoga am Handy ihr Millionenunternehmen leitet. Und der vorgebliche Guru? Der hat überhaupt keine Ahnung, was er da tut. Statt entspannender Achtsamkeit gibt es also blank liegende Nerven und beinahe Mord und Totschlag, während sich die Schlinge um Vickerl immer enger zieht. Es wird peinlich und peinhaft für alle Beteiligten. Korntheuers Nichte Sandra (Michelle Härle) versucht zwar als Sechste im Bunde die Situation zu retten, scheitert dabei aber grandios.

Inhaltlich darf man sich von dieser leichten (um nicht zu sagen: seichten) Sommerkomödie nicht allzu viel erwarten, und die Kalauer fliegen recht tief. Das Ensemble gleicht das aber durch Spiel (Regie: Erhard Pauer), Gesang und Tanz (Choreografie: Wie Ken Liao) aus. Und eine Spieldauer von weniger als eineinhalb Stunden (keine Pause) sorgt für Kurzweiligkeit. Man geht also gefühlt vom Parkplatz zum Spielort mitten im idyllischen Laxenburger Schlosspark und zurück fast so lange, wie man im Innenhof der Franzensburg sitzt. Achtung, Sonnenbrille nicht vergessen!