Gleich acht Rollendebüts hatte die Wiederaufnahme von Mozarts "Zauberflöte" in der Staatsoper zu bieten. Viel frischer Wind also für die nicht unumstrittene Inszenierung. Moshe Leiser und Patrice Caurier haben 2013 in ihr oft ohne Timing oder Konsistenz, mit gelegentlichem Witz und einiger Beliebigkeit die bipolare Handlungswelt bebildert. Farbenreichtum im Naturraum der Königin versus Machismo-Hochburg, deren Repräsentanten in einer Mischung aus grauen Herren und Stasi-Offizieren agieren.

Ihr schon etwas angezählter Anführer gewinnt nun in Ante Jerkunica nicht nur buchstäblich erhebliche Statur. Der hochgewachsene Kroate ist zum ersten Mal überhaupt an der Staatsoper zu erleben und wie leichtfüßig, luftig und gleichwohl souverän er dem anderswo meist greisen Weisen Sarastro eine fast jugendliche Kontur geben kann, ist ein doppelt ungewöhnlicher Genuss.

- © Michael Pöhn
© Michael Pöhn

Noch mehr besticht nur Hanna-Elisabeth Müller als Pamina. Die Staatsopern-Rollendebütantin begeistert mit klangschöner Stimmgewalt ohne Ende, singt dabei wortverständlich und nuanciert, allein im Ausdruck ist noch etwas Luft nach oben. Pavel Petrov bleibt mit seinen Tamino dagegen ein wenig blass, ihm fehlt es bei durchaus stimmlicher Klarheit und Klasse an Power, sowohl gesanglich wie darstellerisch. An beidem mangelt es Georg Nigl indes so gar nicht. Lustvoll-volkstümlich, auch volksliedhaft sein stets bühnenpräsenter Papageno. Derart kann Federica Guida als Königin nicht punkten. Zwar gelingen ihr die Koloratur-Artistiken, doch bleibt sie recht ausdrucksarm und eingebremst.

Von Bremsen hält Ivor Bolton am Pult eher nicht so viel - gerade im ersten Teil, was dem Nachdenklichen, Innigen jede Intensität nimmt. So schrammt er an der Grenze zur Vaudeville-Nummernrevue entlang. Nach der Pause lässt er sich und dem Stück mehr Zeit, zu wenig allerdings für wahrhaftige Momente.