Kurt Equiluz ist tot. Der Kammersänger ist älteren Staatsopernbesucher heute noch als Pedrillo in Mozarts "Entführung aus dem Serail" in bester Erinnerung. Aber auch als Monostatos in der "Zauberflöte" und Minister in Puccinis "Turandot" sang sich der gebürtige Wiener in die Herzen des Publikums. Sein eigentliches Metier blieb dennoch der Oratoriengesang. Nun ist der Barockspezialist am Montag kurz nach seinem 93. Geburtstag verstorben, wie seine Familie der APA mitteilte.

Seine musikalische Laufbahn begann Equiluz im Chor der Wiener Sängerknaben, denen er als Altsolist diente. Nach dem Studium an der Österreichischen Staatsakademie von 1944 bis 1950 folgte bereits das Engagement an der Wiener Staatsoper - 1950 noch als Chorist, 1957 dann als Solist. Vor allem in tenoralen Bufforollen feierte Equiluz Erfolge, bis er hier 1983 in Pension ging. 1980 war ihm der Ehrentitel des Kammersängers zugesprochen worden.

Ab 1964 gab der Sänger auch sein Wissen an die jüngere Generation weiter und unterrichtete an der Musikhochschule in Graz, wo er ab 1971 als Professor für Oratoriengesang tätig war. Von 1981 bis 1998 hatte er außerdem eine Professur an der Wiener Musikhochschule inne.

Bleiben werden von Kurt Equiluz Plattenaufnahmen, die ein breites Repertoire abdecken. Dazu gehört als herausragender Meilenstein die Einspielung sämtlicher Bach-Kantaten und Passionen (Teldec) mit dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, wobei Equiluz alle Evangelistenpartien interpretierte. (apa)