Alles dreht sich um ein Bett, und das Bett im Hotel "Zum verschmusten Kätzchen" dreht sich auch. Bei den Stockerauer Festspielen, die während der Corona-Pandemie bühnentechnisch aufgerüstet haben, geht es heuer besonders turbulent zu. Georges Feydeaus "Der Floh im Ohr", ein Klassiker der französischen Komödie der Belle Epoque, garantiert strapazierte Lachmuskeln.

Man mag in der verwickelten Komödie um echte und vermeintliche Affären und Seitensprünge, um begründete und unbegründete Eifersucht auch Gesellschaftskritik sehen, aber in erster Linie zielt sie auf Unterhaltung. Sie liefert alles Erdenkliche, was dazu beitragen kann: zwei einander zum Verwechseln ähnliche Männer, Missverständnisse, Sprachfehler, eine Intrige um einen parfümierten Lockbrief, Impotenz, Fußtritte, offenkundige faustdicke Lügen, deplatzierte ärztliche Aussagen.

Die Festspiele Stockerau setzen auf prickelnde Frivolität mit Georges Feydeau. - © Festspiele Stockerau / Facebook-Seite
Die Festspiele Stockerau setzen auf prickelnde Frivolität mit Georges Feydeau. - © Festspiele Stockerau / Facebook-Seite

Intendant Christian Spatzek hat das frivole Stück flott inszeniert, strahlt in der Rolle eines schießwütigen eifersüchtigen Spaniers aber mehr Spielfreude als Gefährlichkeit aus. Auf der von Manfred Waba liebevoll ausgestatteten Bühne tummelt sich in Kostümen von Barbara Langbein ein Ensemble ohne Schwachpunkt. Hervorzuheben sind Alfred Pfeifer, der in einer Doppelrolle (Victor Emmanuel Chandebise/Hausdiener Poche) glänzen kann, Géza Terner als nuschelnder Neffe der Hauptfigur (Camille Chandebise) und Barbara Kaudelka als kokett-verlogene Köchin (Antoinette). Viel Premierenapplaus an einem lauen Sommerabend vor der malerischen Stockerauer Kirche.