Mit einem Pressegespräch und der ersten Premiere im intimen Bar&Co-Raum eröffnete nun das Theater Drachengasse seine Saison. Und stellte in "Middle Management of Happiness" gleich zwei Protagonisten ins Zentrum, die uns, dem Pressetext folgenden, "angesichts des Zustands der Welt und der Gesellschaft ins Grübeln geraten" lassen.

Ausgangspunkt ist David Graebers 2018 erschienener Bestseller "Bullshit Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit", in dem er radikale Ideen gegen die weitere Ausbreitung "sinnloser Jobs" entwickelt. Katrin Hammerl, Textfassung wie Regie, lässt davon ausgehend eine einstündige Beratungssitzung in der fiktiven Firma Transparent Solution ablaufen, in der eine Glücks-Konsulentin mit den hier Beschäftigten - vom Portier bis zum "Mittleren Management" - in von ihr entwickelten Analyse-Settings über den Sinn ihrer Arbeit ins Gespräch kommt.

Martin Hemmer als Effizienz vermeidender Portier und Bore-out-gefährdeter Assistent beweist Talent für Komik, wenn er mal brachialer, mal feiner alle Register zwischen Systemerhaltung und Systemverzweiflung zieht.

Dolores Winkler als Chief-Happiness-Beraterin weiß ihren therapeutischen Part mit samtweicher Stimme und perfekter Resilienz-Haltung durchzuziehen, ehe sie selbst über ihr Leben "vor der Krise" zu erzählen beginnt.

Die "Hölle Arbeitsplatz" - hier ist sie tiefschwarz mit silbernen, "sprechenden" Lüftungsrohrriesen - bleibt in dieser dramaturgisch gut gebauten, wenn auch da und dort zähen Komödie über Sinn und Unsinn des Büro-Alltags jedenfalls ausweglos.