"Die Menschen sind mir viel zu dumm", sagt die Giraffe in Erich Kästners Kinderbuch "Die Konferenz der Tiere". Immerfort geht es ihnen um Kriege und einen Fortschritt, der auf Kosten der Natur geht. Aber es gibt auch noch die Kinder, um ihretwillen gilt es, die Welt zu reden. Also berufen nun die Tiere eine Konferenz ein, die ausnahmsweise auch von Erfolg gekrönt ist. Kästners fabelhaftes Kinderbuch aus dem Jahr 1949, verfasst unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs, steht nun am Spielplan des Kabinetttheaters im Hinterhof der Porzellangasse 49. Erstaunt ist man vor allem über die Aktualität des Textes, der so luzid wie humorvoll den gegenwärtigen Krisenmodus beschreibt und als Ausweg eine utopische Parabel anbietet.

Unter Julia Reicherts Leitung zeigt die kleine Puppenbühne, was in ihr steckt: Eine dreiköpfige Combo spielt und singt live, drei Puppenspieler hantieren geschickt mit unterschiedlichsten Tierpuppen, auch Schattenspiele und Videoeinspielungen kommen zum Einsatz, der Schauspieler Thomas Frank agiert akkurat in Mehrfachrollen und als Vorleser. Eine gelungene Theaterminiatur auch für ein junges Publikum.