Elisabeth Orth, 86-jährige Doyenne des Burgtheaters und 2015 mit einem Nestroy-Preis als beste Schauspielerin ausgezeichnet, erhält bei der heurigen Nestroy-Gala die Auszeichnung für das Lebenswerk. Die 27-Jährige Tirolerin Lisa Wentz bekommt für ihr am Akademietheater uraufgeführtes Stück "Adern" den Autor:innenpreis. Dies sowie 39 Nominierungen in elf weiteren Kategorien wurde am Mittwoch vom Wiener Bühnenverein bekannt gegeben. Die Verleihung findet am 13. November statt.

"Adern" wird nicht nur als bestes Stück ausgezeichnet, auch beide Hauptdarsteller (Sarah Viktoria Frick und Markus Hering) sind in ihren jeweiligen Kategorien nominiert. Je drei Nominierungen gibt es auch für die bereits in der Kritikerumfrage von "Theater heute" ausgezeichnete Produktion "humanistää!" im Volkstheater Wien, die nicht nur als beste Aufführung im deutschsprachigen Raum, sondern auch für die Regie (Claudia Bauer) und in der Kategorie Bester Schauspieler (Samouil Stoyanov) nominiert wurde, sowie für "Karoline und Kasimir - Noli me tangere" am Volkstheater (Kelly Copper / Pavol Liška für Beste Regie, Julia Franz Richter als Beste Schauspielerin und Elias Eilinghoff für die Beste Nebenrolle). Mit Constanze Passin (Beste Schauspielerin, "Aus dem Nichts", Werk X) und Clara Liepsch (Nebenrolle, "SHTF", Schauspielhaus Wien) gibt es in den Darsteller-Kategorien auch Überraschungen abseits der großen Bühnen.

Wieder vor Publikum

Erstmals geht die Gala in den Art for Art Dekorationswerkstätten im Arsenal über die Bühne. Durch den Abend führen Nadja Bernhard und Peter Fässlacher. Für das Buch zeichnet Gerald Fleischhacker verantwortlich, Regie führt André Turnheim. Musikerinnen und Musiker des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien spielen unter der Leitung von Herbert Pichler. "Nach zwei herausfordernden Saisonen können die Nestroy-Preise nun endlich wieder vor Publikum vergeben werden", freute sich Bühnenvereins-Präsident Franz Patay in einer Aussendung. ORF III überträgt die Preisverleihung live-zeitversetzt ab 21.45 Uhr.

Nominierungen "an nicht weniger als an 17 unterschiedliche Theaterinstitutionen in Österreich" zeigen für Juryvorsitzende Ulli Stepan, dass die heimische Theaterlandschaft "sowohl eine vielschichtige als auch eine vielseitige" ist. "Nach knapp eintausend Vorstellungsbesuchen, die die Jury in der letzten Spielzeit absolvierte, war die Diskussion härter denn je." Die Nominierungen seien in einer fünfstündigen Endsitzung zustande gekommen: "Wir überraschen, wir bestätigen, wir ermutigen, wir unterstützen, wir blicken mit unseren Entscheidungen in die Zukunft." (apa)