Das Rennen um die nächste Burgtheater-Direktion ist derzeit völlig offen. Das erfuhr die APA aus Insider-Kreisen. Bis 17. Oktober lief die Einreichungsfrist, 15  Bewerbungen liegen vor, auch Leitungsteams befinden sich darunter.  Laut "Der Standard" wird "ein gutes Drittel der Bewerberinnen und Bewerber" zu den in der übernächsten Woche stattfindenden Hearings eingeladen. Die Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) kündigte an, mit sämtlichen Bewerbern, die von der Findungskommission für geeignet befunden werden, persönliche Gespräche zu führen. Das ist ungewöhnlich, üblicherweise wird eine einmalige Vertragsverlängerung ohne viel Aufhebens durchgewunken. Kritiker warfen Martin Kušej vor, zu wenig am Haus präsent zu sein und zu wenig Aktivitäten in der Covid-Zeit gesetzt zu haben. Beobachter halten deswegen auch eine Vertragsverlängerung für weniger als die üblichen fünf Jahre für möglich. Für diese Option gäbe es jedenfalls in der Ausschreibung durchaus eine Handhabe. 

"Stimmung ist super

Doch diese Option hatte Kušej im APA-Interview zurückgewiesen: "Ich bin da überhaupt noch nicht fertig" und wies die Kritik zurück: "Die Stimmung am Haus ist super".

Zu den Favoriten für die Neubesetzun gilt Andreas Beck, einst Burgtheater-Dramaturg, später Chef des Wiener Schauspielhauses und am Theater Basel, derzeit Intendant des Münchner Residenztheaters. Auch sein Vertrag in München sei eben erst um fünf Jahre verlängert worden und er habe keine Intention, seine Arbeit am "Resi" doch nicht fortzusetzen. Es bleibt spannend. (apa)