In Österreich hat man es als Publikumsliebling bekanntlich leichter. Ob Sport, Musik oder Theater, auch egal: Autobiografien mit Mitte 20 sind da schon mal heiß begehrt, Biopics oder, wie aktuell im Rabenhof, ein theatraler Roadmovie durch das Leben von Anna Mabo. Die bis vor Kurzem noch 25-jährige Liedermacherin und Regisseurin thematisiert das auch gleich auftragsgemäß selbstreferenziell in ihrem ersten, in der Linie U4, Strecke Heiligenstadt - Hütteldorf, entstandenen eigenen Stück "Am Sand".

Hommage an sich selbst

Denn so einfach ist das gar nicht, über so ein junges Leben als privilegiertes Wohlstandskind zu erzählen, das bestätigen auch die fünf wie Mabo selbst in rosa Arbeitsoveralls und blaue Wollhauben verpackten Alter Egos, österreichische Schlumpf- und Gartenzwerg-Variationen, die mal singend, mal klamaukend, da und dort auch szenenweise in die Seelenlandschaften der ihr Leben ebenso wie den elterlichen Kaviar lustvoll genießenden Mittzwanzigerin eintauchen, ihre Wohnung dafür ausräumen oder auch mal Kaugummi aus dem Tischautomaten in ihre Münder werfen und beim Mandarinenschälen über die Einsamkeit philosophieren.

Das Leben, das "lauft, lauft, lauft" eben, auch wenn es sich täglich zwischen ein bisserl Sehnsucht und ein wenig Lebensleid bewegt. "Am Sand" ist eine charmant gebeutelte, liebevoll egoanalytisch angelegte musikalische Hommage an sich selbst, also: das "Universum". Der Genuss liegt dabei vor allem im Moment, und das ist doch auch schon was.