Alles andere als ein bisschen Frieden herrscht nach der Pleite des Ralph-Siegel-Musicals "'N bisschen Frieden - Rock'n'Roll Summer" in Deutschland: 23 ehemalige Darsteller haben nun gemeinsam eine Strafanzeige gegen den aus Wien stammenden Produzenten Wolfgang DeMarco bei der Duisburger Staatsanwaltschaft eingereicht. "Soweit ich weiß, haben die Darsteller noch kein Geld bekommen. Es gibt bestimmte Verdachtsmomente, die wir zusammengetragen haben", so Anwalt Gregor Rothmund.

Das aufwendige Stück war am 20. Oktober in Duisburg uraufgeführt worden. Wegen des schlechten Ticketverkaufs waren nur wenige Tage nach der Premiere zunächst alle für Oktober und November geplanten Vorstellungen von "'N bisschen Frieden" abgesagt worden. Auch aus der für Mitte Dezember geplanten Wiederaufnahme des Musicals - dann mit Starschauspieler Heinz Hoenig - wurde nichts.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Wiener Theaterregisseur und Produzenten DeMarco (57), der als Geschäftsführer der für das Siegel-Musical eigens gegründeten Produktionsfirma NBF Musical GmbH fungierte. Im Raum steht der Verdacht des Betrugs und der Unterschlagung.

Nach Aussage einiger Künstler haben sie bisher trotz des enormen Aufwands keine Gage bekommen, was DeMarco bestätigt hatte. DeMarco wies die Betrugsanschuldigungen jedoch zurück. In der "Bild" spricht er von "völlig aus der Luft gegriffenen Vorwürfen". Im Betrug und Unterschlagung vorzuwerfen, sei "grotesk", betonte der Theaterchef. (apa/dpa)