Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus. Und wenn das Leben dir Krisen gibt . . . entwickle daraus ein Kabarettprogramm. Das hat sich offenbar Pepi Hopf gedacht, der in seinem neuen Solo "Alles bleibt anders" das tut, was viele Kolleginnen und Kollegen bisher eher vermeiden. Statt ihrem Publikum die vielen Krisen von Klima über Corona bis Energie zumindest einen Abend lang zu ersparen oder sie höchstens launig ein bisschen anzustreifen, nimmt er Anlauf und springt mit Karacho voll hinein ins Krisenbecken. Und zwar mit doppeltem Rückwärtssalto und Bauchklatscherlandung.

Das kann dann schon einmal wehtun. Weil es ja auch eigentlich nicht zum Lachen ist, was uns allen da seit nunmehr bald drei Jahren widerfährt. Und fast könnte man die ironische Frage stellen: Welche Krise darf’s denn sein? Irgendwie, scheint’s, gibt’s nämlich für jede Neigungsgruppe das passende Debakel: das Klima für Kleber, das Virus für Verschwörungstheoretiker - und die Energiepreise für alle anderen.

Kritik an der Krisenpolitik

Die Krise macht natürlich auch nicht vor dem Hause Hopf Halt, wo der Sohn tobt, weil die Impflingen eingesetzten Chips jetzt für Spielkonsolen fehlen, und der Vater sich wundert, dass plötzlich sogar im Herren-WC der Seifenspender leer ist. Und als Fußballvereinsfunktionär zieht er Vergleiche zur Politik, der mitten in der Krise keine bessere Lösung einfällt als "Deckel drauf" - so als würde Jürgen Klopps sündteure Expertise für den SV GG Haringsee lauten: "Ihr verliert, weil ihr zu wenige Tore schießt."

Kann Hopf selbst es vielleicht besser? Nein. Aber das muss er auch nicht. Er ist für die Gags verantwortlich, die Krise lösen müssen andere. Und zumindest Hopf erfüllt seinen Part vollkommen.