"Ich habe mich gefragt, wie sich ein Kind fühlt, das nicht so tickt wie die anderen", sagte Autor Andreas Steinhöfel einmal über seinen Protagonisten Rico, ein "tiefbegabter" Bub, der sich mit dem hochbegabten, aber nicht weniger nerdigen Oskar anfreundet und in den Straßen und Hinterhöfen Berlins fabelhafte Abenteuer erlebt.

Die fünfbändige Buchreihe erreichte ein Millionenpublikum, Romane wie Verfilmungen wurden vielfach ausgezeichnet. Auch die Dramatisierung des ersten Bandes, "Rico, Oskar und der Tieferschatten", am Theater der Jugend in der Spielstätte des Renaissancetheaters geht auf: In Karin Drechsels Inszenierung werden die eigenbrötlerischen Berliner Typen punktgenau getroffen. Christine Grimms gelungene Bühnenlösung, mit einer Reihe von Wohnungstüren und wenigen Requisiten, ermöglicht rasche Szenenwechsel, Rhythmus und Timing stimmen - und vor allem Hauptdarsteller Paul Winkler geht einem als Rico zu Herzen.