Harald Pomper hat es geschafft. Er hat sich vom Schlosserlehrling im Burgenland zum kritischen Kabarettisten und Liedermacher am Wiener Stadtrand hochgearbeitet. Sein Lebensweg dorthin bildet den roten Faden durch sein neues Programm "Anders als geplant", gepflastert mit Kränkungen und Enttäuschungen, beginnend mit Radio Burgenland über den ausgebliebenen Axe-Effekt in seiner Jugend bis zu den Dingen, die ihm heute als Erwachsenem die Grausbirnen aufsteigen lassen oder ihn zumindest irgendwie beschäftigen: Werbung, die Kunden für Dumme verkauft; Scheinheiligkeiten und Doppelmoral in Gesellschaft, Politik und Medien; klerikale Pädophilie; Auswüchse der Landwirtschaft; Ausbeutung, Konsumzwang und Wirtschaftswachstum um jeden Preis; Elektro-SUVs und Biomärkte; Klimawandel und Globalisierung; Selbstzweifel und Leistungsdruck.

Harald Pomper regt sich auf. 
- © Sylvia Größwang

Harald Pomper regt sich auf.

- © Sylvia Größwang

Was ihm an Missständen auffällt in unserer Zeit, wird in aller Härte an- und ausgesprochen. Zu jedem Thema gibt es ein passendes Lied an der Gitarre. Dabei erntet er von seinem Publikum nicht lauter Lacher, aber nachdenkliche Zustimmung. Auch, als er nach der Pause den Unterschied zwischen Prolos und Bobos erklärt, nur um dann festzustellen, dass er selbst ein Probo ist. Pompers Programm bietet keine flachen Kalauer, sondern bierernstes Kabarett in seiner ursprünglichsten Form.