Die Pandemiejahre haben auch der Kabarettszene in der Bundeshauptstadt zugesetzt. Eine, die sich mitten in der Krise von Absagen, Auf- und Zusperr-Regeln in die Schlacht für ihre Erhaltung geworfen hat, ist Alexa Oetzlinger. Die langjährige Künstleragentin, die gemeinsam mit Julia Sobieszek im ersten Corona-Jahr die IG Kabarett gegründet hat, kennt die Lage der Branche aus nächster Nähe.

Das schreckte sie gar nicht ab, vor einem Jahr die Wirtshausbühne Kulisse in der Hernalser Rosensteingasse zu übernehmen. Im Gegenteil: "Das ist für mich ein Traumberuf", sagt die Absolventin eines Wirtschaftsstudiums. Selbst ein ehemaliges "Wirtshauskind", hat sie das Kabarettlokal von der früheren langjährigen Betreiberin Doris Ringseis übernommen und führt es nun als Chefin einer Kabarettbühne in Wien ins 44. Jahr seines Bestehens.

Die Kabarettszene sei die "einzige unsubventionierte Kunstsparte", sagt Oetzlinger. Dennoch hat sie für die Stadt Wien viele gute Worte: "Ohne deren Corona-Hilfen hätten wir den Weg durch das Tal nie geschafft." Jetzt sieht sie trotz "Preissteigerungen von Mehl bis Papier" wieder "einen klaren Aufwärtstrend" im betont "privaten Theater namens Kulisse". Auch in der nun angespannten Wirtschaftssituation ist dem Etablissement die Unterstützung der Solidaritätsaktion "Rettet die ‚Wiener Zeitung‘" (am 22. Jänner in der Kulisse und danach auf Youtube zu sehen) ein Herzensanliegen: "Das ist keine Frage, ob ich mir das leisten kann, sondern ob ich das will. Bei einem Kulturerbe wie der ältesten Tageszeitung könnte die Regierung sich ruhig auch daran halten."