"A Trottel is ma, a Depp muss ma werden." Deppert sein will also gelernt sein. Vom selbsternannten Deppenguru Christian Hölbling bekommt man in seinem neuen Programm eine umfassende Anleitung zur Deppwerdung, falls man nicht eh schon Profi ist.

Das Diplom muss man sich zunächst schwer verdienen: Etwas angestrengte, leidig-lei-leiige Karaoke- und Tanzeinlagen wirken halbgar. Das "sich zum Deppen machen" kommt zwar rüber, hätte aber auch mit weniger Klamauk und mehr schauspielerischer Präzision umgesetzt werden können.

Der steirische Kabarettist wurde einst mit seiner Kunstfigur Helfried in der deutschsprachigen Kleinkunstszene bekannt. Der ihm nachgesagte "subtile" Humor ist im neuen Programm eher sub-subtil, im Sinne von meist nicht da - dennoch vermag er als Lifestyle-Deppfluencer das Publikum immer wieder improvisatorisch versiert einzubinden. Dieses sammelt reichlich Mitarbeits-Plus im Deppenseminar.

Absurde Alltagstipps, wie man den inneren Deppen in sich stärkt, eignen sich durchaus als Monty-Python-Sketches - einfach mal Zimtschnecken ohne Extrawurst bestellen oder ein Backhendl durch die Rohrpost schicken. Der Twinni als Running Gag steht wohl für die Polarität der menschlich-deppischen Existenz - oder für die zwei Extreme einer Wurscht, dem Wappentier des Abends, um die es ja schließlich geht, so ganz allgemein.

Diese Symbolik und der persiflierte Selbstoptimierungswahn geben dem Programm dann vor allem in der warmgespielten zweiten Hälfte mehr Tiefe.