In seiner sechsten Auflage erlebt der vom Österreichischen Tanzrat (ÖTR) ins Leben gerufene Wettbewerb für Profi- und Amateur-Tänzer einen Teilnehmerrekord: 430 Tänzer aus 27 Ländern werden vom 1. bis zum 5. April im Theater Akzent und der neuen Bühne Makador ihr Können unter Beweis stellen. Die Abschlussgala mit den Preisträgern und Gastsolisten wird von Barbara Rett moderiert und findet am 5. April im Wiener Volkstheater statt.

Für Karl Musil, ehemaliger Staatsopern-Solotänzer und Präsident des ÖTR, liegt die Bedeutung des Wettbewerbs vor allem in der Chance, sich als junger Tänzer auf einer Bühne zu präsentieren. Denn neben dem Grand Prix, der mit 1000 Euro dotiert ist, winken Sachpreise und Workshop-Stipendien bei "ImPulsTanz" und im Tanzquartier Wien.

Kampf um Fortbestand


Der Tanzrat sieht sich laut Musil als Anlaufstelle für alle Belange in Bezug auf Tanz. "Für professionellen Tanz ist eine harte Zeit angebrochen", meint Musil dazu, "es gibt immer weniger Tänzer, weil es schwierig ist, ein Engagement zu finden, sie werden schlecht bezahlt und die Karriere ist von kurzer Lebensdauer".

Téri sagt, dass es deshalb die Aufgabe des Wettbewerbs sei, als eine "internationale Plattform" und als "Sprungbrett" in der Branche zu fungieren. So habe etwa der Intendant des Berliner Staatsballetts Vladimir Malakhov, der zusammen mit Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) den Ehrenschutz des ÖTR-Contests übernommen hat, mit Yana Salenko und Marian Walter zwei Preisträgerinnen des Bewerbs von 2004 engagiert.

Unter dem Juryvorsitz von Gyula Harangozo, Ballettdirektor der Staatsoper und Volksoper, können die Gewinner auch auf ein Engagement in den beiden Wiener Häusern hoffen.

Neben der "Wiener Zeitung" sind weitere Jurymitglieder etwa Bernd Bienert, Michael Birkmeyer, Susanne Kirnbauer und Gregor Hatala.

Finanziell hat der ÖTR weithin um den Fortbestand des Wettbewerbs zu kämpfen: Während der Tanzrat vom Bund auf 27.000 Euro hoffen kann, verweigere die Stadt Wien jegliche Unterstützung mit der von Téri nicht nachvollziehbaren Begründung, der zeitgenössische Tanz sei zu wenig repräsentiert: "Wir hatten von Anfang an eine Kategorie für zeitgenössischen Tanz. Zählt das Ballett nichts?" Es sei die Grundlage für jede weitere Tanzart. "Der Tanzmarathon des ÖTR fokussiert unser Blickfeld wiederum auf das große weite Feld des Tanzes und verbindet die Völker", erklärt Téri.

Tanz

Internationaler Wettbewerb für Ballett und

zeitgenössischen Tanz

1. bis 5. April

Karten für den Wettbewerb im Theater Akzent (Tel. 01/ 501 65 3306), für die Gala am 5. April im Volkstheater (Tel. 01/521 11 400).