• vom 25.02.2011, 16:54 Uhr

Bühne

Update: 28.03.2011, 12:01 Uhr

Maria Yakovleva und Denys Cherevychko im Wiener Zeitung-Interview

Von der Kunst, Schwieriges leicht aussehen zu lassen




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  • Die Solisten Maria Yakovleva und Denys Cherevychko über den Klassiker "Don Quixote".
  • Manuel Legris als Ballett-Wissensvermittler.
  • §§ "Wiener Zeitung": (vf) Die Proben für die Premiere am Montag sind im Endspurt. Wie bereiteten Sie sich für die Hauptrolle der Kitri beziehungsweise des Basil vor? *

Maria Yakovleva:

Maria YakovlevaundDenysCherevychko bei der Probe. Foto: Staatsballet/Dimov

Maria YakovlevaundDenysCherevychko bei der Probe. Foto: Staatsballet/Dimov Maria YakovlevaundDenysCherevychko bei der Probe. Foto: Staatsballet/Dimov

Ich habe mir im Laufe meiner Tanzkarriere schon einige Vorstellungen von "Don Quixote" angesehen. Und so hat sich in meinem Kopf eine genaue Vorstellung entwickelt, wie die Kitri sein muss. Und diese Rolle passe ich dann an meine Persönlichkeit an.


Denys Cherevychko: Ich habe mich mit Videos des Balletts mit Tänzern wie Rudolf Nurejew und Mikhail Baryshnikov auf meine Rolle als Basil vorbereitet.

Sie sagten: "Wie Kitri sein muss." Wie muss sie denn sein?

Yakovleva: Das Schwierige an der Rolle ist, dass Kitri extrem temperamentvoll und energiegeladen, fast wie eine Rakete, sein soll. Sie ist in keinem Fall, wie viele andere Tanzrollen, zart und lieb, sondern verführerisch und mit einer starken Persönlichkeit. Damit zieht sie spielerisch Basils Aufmerksamkeit auf sich.

* Rudolf Nurejew - auch Manuel

Legris - oder Sylvie Guillem sind große Namen, die mit diesem Ballett in Verbindung gebracht werden. Ist das nicht ein enormer künstlerischer Druck? *

Cherevychko: Ja. (lacht)

Yakovleva: Nicht daran denken, das ist das Beste. Denn sonst sollte ich Ballett gleich bleiben lassen. (lacht)

Manuel Legris, Chef des Staatsballetts, tanzte diese Rolle über viele Jahre. Gibt er sein Wissen weiter, und probt er mit Ihnen?

Cherevychko: Ja. Legris kennt uns inzwischen sehr gut und weiß, wie wir als Künstler sind.

Yakovleva: Erst kürzlich bei einer Probe hat er gesehen, wie müde wir waren, und dann haben wir eben nur die Pantomime gelernt, anstatt über die Müdigkeit hinweg zu pushen. Es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten.

Cherevychko: Legris hat uns erzählt, dass er "Don Quixote" erstmalig im Alter von 19 Jahren getanzt hat. Nurejew gab ihm nur wenige Tage Zeit, um die Rolle zu erlernen und auf die Bühne zu bringen.

Was macht "Don Quixote" als Ballett so besonders?

Yakovleva: Es ist einer der großen Klassiker des Balletts, den man gesehen haben muss wie "Schwanensee" oder "Giselle". Wenn man dieses Ballett tanzen darf, dann ist man stolz auf sich.

Cherevychko: Nurejews Version ist auch eine Klasse für sich: Die Choreographie stellt technisch höchste Ansprüche und ist musikalisch eine Herausforderung. Doch vor allem ist die Technik die eine Seite dieser Rolle und das Schauspielerische die andere Seite. Dieses Zusammenspiel macht es wirklich sehr schwer. Und ich bin nie zufrieden mit mir.

Yakovleva: Es muss alles leicht ausschauen, obwohl man dabei wirklich an seine Grenzen geht.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-02-25 16:54:00
Letzte Änderung am 2011-03-28 12:01:00

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