Mit Aufführungen wie der "Zauberflöte", "Aladdin" oder dem Kindermusical "Ritter Kamenbert" kann Theaterdirektor Werner Hierzer seine Gäste im "Hofratstrakt" des Wiener Schlosses Schönbrunn begeistern. Kleiner Unterschied zu "normalen" Bühnen: Wenn Hierzers Darsteller etwas hölzern agieren, liegt dies nicht an mangelndem Talent, sondern daran, dass es sich bei ihnen um Puppen handelt. Am Sonntag (9. April) widmet sich das Marionettentheater der Nachwuchspflege und veranstaltet einen Informationstag.

Dabei dürfen alle Interessierten einige Schnupperstunden im Theater verbringen, hinter die Bühne blicken und schließlich selbst versuchen, den handgefertigten Marionetten Leben einzuhauchen. Anschließend gibt es Anschauungsunterricht bei den Profis, die das Walzer- und Polkaspektakel "Johann Strauß - Ein Himmel voller Geigen" zur Aufführung bringen werden.

Die Tradition des Marionettenspiels in Schönbrunn geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Theater konnte allerdings erst 1994 nach der Renovierung des "Hofratstrakts" im Schloss wieder seinen Betrieb aufnehmen. Seither zieht auch Hierzer gemeinsam mit seiner Frau Christine die Fäden der Marionettenbühne, die auch schon zahlreiche Tourneen ins Ausland hinter sich hat.

Neben der rund halbjährigen Ausbildung zum Marionettenspieler bietet das Theater auch regelmäßige Workshops für Puppenbau und Kostümschneiderei an. In den hauseigenen Werkstätten werden außerdem Bühnenbild und Bühnentechnik hergestellt. Bei den Produktionen arbeitet man mit zum Teil prominenten Regisseuren wie etwa Gerhard Tötschinger zusammen, der Mozarts "Zauberflöte" für das Marionettentheater inszenierte.

(Informationstag des Marionettentheaters Schloss Schönbrunn am 9. April zwischen 10 und 15 Uhr. Infos unter 01/817 32 47 oder im Internet unter "www.marionettentheater.at")