• vom 24.09.2010, 16:22 Uhr

Bühne


Matti Hartmann als Studentenulk ohne Witz und Charme




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Von Christof Habres

  • Woran erkennt ein Direktor des Wiener Burgtheaters den außergewöhnlichen Stellenwert seiner Position im deutschsprachigen Raum? Entweder wird er aufgrund seiner Stückwahl oder wegen des sagenumwobenenen Regietheaters medial geohrfeigt, oder er wird - wie sonst nur Politiker und Adabeis - zum Gegenstand eines Kabarettprogramms.

Da der slicke Spielplan von Mathias Hartmann, seit einem Jahr der Herr an der Burg, wenig Anlass zu politischen Reibereien gibt, eröffnet ihm die junge Schauspielerin Christina Scherrer mit ihrem ersten Solokabarettprogramm "Matti, du kannst mich haben!" die Möglichkeit, wenigstens auf den Brettern der kleinen Drachengasse zu einer Figur des Wiener Gesellschaftslebens zu werden. In einer Dramaturgie aus Liedern und Texten schwadroniert Scherrer über Kunst und Kultur, Liebe und Leid, und stellt arbeitslose Schauspieler überbezahlten Burgschauspielern gegenüber und übt sich in allgemeiner Kritik an der Wiener Kunstszene - Themen, die nicht neu sind.


Die Bearbeitung von Christina Scherrer gewährt freilich auch keinen erfrischend neuen Blick darauf. Die Kausalzusammenhänge passen nicht und der vermeintliche Humor wirkt eher aufgesetzt und schal. Die einzelnen Abschnitte scheinen eher zufällig zusammengewürfelt und werden auch durch verbindende Lieder nicht schlüssiger. Genauso wenig die vermeintlich medienkritischen Handpuppen.

Nach diesem Abend steht zu befürchten, dass Matti noch lange nicht auf das Angebot der Schauspielerin zurückgreifen wird.

Kabarett

Matti, du kannst mich haben!

Von und mit Christina Scherrer

Theater in der Drachengasse /

Bar & Co (www.drachengasse.at)

Termine bis 1. Oktober 2010



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-09-24 16:22:03
Letzte Änderung am 2010-09-24 16:22:00


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