Burgschauspielerin Paola Loew ist im Alter von 64 Jahren am 13. Jänner gestorben. Loew, die mit Friedrich Gulda verheiratet war, stand 1989/90 das letzte Mal auf der Bühne.

Loew wurde von Ernst Haeussermann im Jahr 1966 ans Burgtheater geholt. Begonnen hatte sie ihre Laufbahn am Volkstheater. Dort hatten zu ihren wichtigsten Rollen die Lucile in Büchners "Dantons Tod",

die Rachel in Grillparzers "Die Jüdin von Toledo", die Cassandra in Shakespeares "Troilus und Cressida" und die Natalja in Gorkis "Wassa Schelesnowa" gehört.

An der Burg debütierte sie in Billetdoux' "Durch die Wolken". Es folgten u. a. die Antoinette in Feydeaus "Der Floh im Ohr", die Bäuerin in Brechts "Kaukasischen Kreidekreis", Beatrice Justice in

"Verbannte" von James Joyce, die Jessica in Shakespeares "Kaufmann von Venedig" oder die Eleonore in Kleists "Käthchen von Heilbronn".

Sie stand auch neben Attila Hörbiger in Lessings "Nathan der Weise" auf der Bühne und spielte die Frau Fröhlich in der Uraufführung von Thomas Bernhards "Der Präsident".