Donnerstag wurde im Ensemble-Theater am Petersplatz gefeiert. Nicht hausintern, sondern von Gästen: Man hatte die Räume der 1948 von Burgschauspieler Hellmuth Krauss gegründeten

Schauspielschule überlassen. Nach dem Tod des Gründers hatte dessen Sohn Wolfgang die Leitung übernommen, Jahre später dessen Tochter Michaela. Ein erfolgreiches Familienunternehmen, eine Schule, die

etwa von Dolores Schmidinger, Sylvia Lukan, Krista Stadler, Barbara Wussow, von Karlheinz Böhm, Karlheinz Hackl, Kurt Sowinetz und Ludwig Hirsch besucht wurde. Um nur ganz wenige prominente Ehemalige

zu nennen.

Nun feierte man also, und am Spielplan stand "Lysistrata", die Komödie des Aristophanes (in der Bearbeitung der Regisseurin Judith Keller, nach der Übersetzung von Erich Fried), in der

energische Frauen einen Krieg durch Sexstreik beenden. Ach, wäre es doch nur so einfach. Doch an diese utopische Lösung glaubte ja auch Aristophanes nicht, er wollte wohl hauptsächlich die

Männer auf ihre Schwächen und die Frauen auf ihre Kraft hinweisen. Pikanterie der Aufführungen zu Aristophanes Zeiten war es, daß sämtliche Rollen · also auch die der streitbaren Frauen · von Männern

gespielt wurden.

Im Ensemble-Theater wurden allerdings von der Kraussschule · wie man das Institut liebevoll nennt · hochtalentierte Frauen im Dutzend

angeboten, Jungschauspielerinnen, von denen man sicherlich noch oft hören wird. Wie etwa von Michaela Kasper, der kraftvollen Lysistrata, Susanna Knechtl, der bezaubernden Myrrhine, der

temperamentvollen Emese Fay als Lampito oder der humorigen Chorführerin Isabelle Uhl. Bei den Burschen ist es vor allem David Oberkogler, der durch starke Präsenz besticht, Andreas Murlasits

imponiert durch Witz und Persönlichkeit. Aber auch alle anderen können zweifellos hoffnungsfroh in die berufliche Zukunft schauen. Viel, viel Glück und toi, toi, toi!