Preisträger 2010: Niavarani, Maleh und Gernot. - © Manfred Werner
Preisträger 2010: Niavarani, Maleh und Gernot. - © Manfred Werner

Lukas Resetarits hat ihn schon bekommen, auch Michael Niavarani, Viktor Gernot, Andreas Vitásek, Roland Düringer und Thomas Maurer: Der Österreichische Kabarettpreis wurde in seinem zwölfjährigen Bestehen vor allem an hochkarätige Vertreter der heimischen Szene vergeben. Wer den Hauptpreis (dotiert mit 5001 Euro) heuer bekommt, ist noch geheim und wird erst im Zuge der Übergabe am 28. November im Wiener Jazzclub Porgy & Bess bekanntgegeben.

Der Empfänger des Förderpreises (4999 Euro) hingegen steht schon fest: Christof Spörk, Musiker, Solokabarettist und Mitglied der heimischen Song-Contest-Teilnehmer Global Kryner, tritt in die Fußstapfen von Nadja Maleh, Mike Supancic, Severin Gröbner oder auch Maschek. Sie alle haben sich in der Folge - oder auch schon davor - in der heimischen Kabarettszene einen Namen gemacht. Inwieweit dieser und auch andere Kabarettpreise dabei eine Rolle spielten, lässt sich natürlich nicht objektiv beurteilen. "Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Preisgeld auf jeden Fall ein Mehrwert", sagt Andreas Fuderer, der in Wien den Stadtsaal und das Kabarett Niedermair leitet. Beim Österreichischen Kabarettpreis kommt das Geld von der Stadt Wien sowie von den Sponsoren Bawag und HDI Versicherung.

"Karrieretechnisch ist es auch nicht schlecht, wenn man auf einen solchen Kabarettpreis als Referenz verweisen kann", sagt Fuderer. Schließlich ist es auch für ihn positiv, wenn er den Preis beim Bewerben eines Kabarettisten erwähnen kann. "In Wien ist das allerdings weniger relevant, weil hier die Bühnenbetreiber sowieso einen guten Überblick haben." Förderpreisträger Spörk hofft jedenfalls auf einen Schub, wie er ihn nach dem Salzburger Stier 2003 - damals mit Landstreich - erlebt hat: "Plötzlich kamen auch Anfragen von Bühnen in Berlin und Zürich."

Preis stärkt Selbstvertrauen


Von seinem Kabarettpreis - damals war es der Salzburger Stier - nicht profitiert hat Kabarett-Urgestein I Stangl im Jahr 1993: "Es gab leider nicht eine einzige Zeile in den österreichischen Medien." Für die Nachwuchspreisträger sei es trotzdem eine gute Sache, befindet er: "Sie bekommen ja das Preisgeld, und vor allem stärkt es das Selbstvertrauen."

Und das brauchen aufstrebende Kabarettisten auf jeden Fall. "Sie haben es heute ungleich schwerer als wir vor 15 oder 20 Jahren", sagt Gerold Rudle (Salzburger Stier 2000). Er spricht von einer Anerkennung für junge Künstler, aber auch von einer "Befriedigung der Eitelkeiten". Damit meint er aber sicher nicht den Sonderpreis, der heuer erstmals vergeben wird: Die Grande Dame Louise Martini wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Was den Nachwuchs betrifft, so ist Fuderer überzeugt: "Die kämpfen wirklich hart. Es gibt viel mehr Konkurrenz als früher. Aber auch das Niveau ist stark gestiegen. Die Jungen haben oft viel mehr drauf als die arrivierten Kabarettisten." Von denen würden womöglich manche mit ihren Programmen von früher heute gar kein Leiberl mehr reißen.