Ziemlich verkühlt, aber voller Tatendrang: Werner Schneyder wird 75. - © Jasmin Ziegler
Ziemlich verkühlt, aber voller Tatendrang: Werner Schneyder wird 75. - © Jasmin Ziegler

Werner Schneyder ist im Stress. Aber das stört ihn nicht. Im Gegenteil. "Es macht mir großen Spaß", sagt Schneyder, der ungeachtet einer Verkühlung eine Werbe-Tour in Wien für kommende Termine absolviert hat und am Salzburger Landestheater in den Endspurt geht. Schneyder inszeniert hier, an einer seiner ersten Wirkungsstätten, Arthur Schnitzlers "Das weite Land". Premiere ist am 25. Februar.

Da kann es schon einmal passieren, dass der Grandseigneur der deutschsprachigen Kabarettszene kurz vor seinem 75. Geburtstag (am 25. Jänner) am Vormittag in Salzburg intensiv probt, um dann ab nach Wien zu düsen, wo er am Abend am Burgtheater sein aktuelles (und ganz frisch aktualisiertes) Programm "Ich bin konservativ" spielt. Genauer gesagt wird dies am kommenden Sonntag der Fall sein.

Schnitzlers Tragikomödie

Es ist sozusagen ein Geburtstagsgeschenk, das er sich selbst macht. Denn für den Kabarettisten Werner Schneyder ist es "der Höhepunkt, im Burgtheater auftreten zu dürfen", wie er im Gespräch mit den "ProgrammPunkten" sagt. Und auch die Regiearbeit in Salzburg an Arthur Schnitzlers Klassiker ist ihm ein Anliegen. Da will er nämlich endlich jenen Aspekt eingehend einarbeiten, der ihm als Betrachter von bisherigen Inszenierungen von "Das weite Land" gefehlt hat: "Es ist eine Tragikomödie. Aber in der Regel wird, so gut die Umsetzung auch sein mag, nur die Tragik betont." Der komödiantische Aspekt kommt ihm dabei zu kurz. Dabei sei der sehr wichtig, denn: "Je mehr man vorher lacht, desto größer ist dann die Fallhöhe in den Tod."

Bei Schneyders Gastspiel als Regisseur am Salzburger Landestheater mag auch ein gewisses Maß an Nostalgie mit dabei sein. Schließlich ist es für ihn eine Rückkehr an eine frühe Wirkungsstätte. In Salzburg hatte er nämlich sein erstes Engagement als Dramaturg.

Davor hatte Schneyder - Sohn eines Wieners und einer Karlsbaderin, geboren in Graz, aufgewachsen in Klagenfurt "zwischen Fußballplatz und Stadttheater" und universitär gebildet in Wien an den Instituten für Publizistik und Kunstgeschichte - schon seit Schulzeiten künstlerische Erfahrungen als Barsänger gemacht. Und nebenbei als Journalist gearbeitet. Bis heute ist Schneyder, der jahrelang Kampfrichter im Amateurboxen und bis 1999 RTL-Kommentator war, auch als Sportkolumnist tätig.

Auf der Kabarettbühne sorgte Werner Schneyder im deutschsprachigen Raum ab 1974 im Duo mit Dieter Hildebrandt für Furore. Es folgte eine Reihe von Soloauftritten und Engagements als Schauspieler.

Und eigentlich wollte der Allrounder im Jahr 1996 "unwiderruflich" die Bühne verlassen. Vor drei Jahren ist er dann aber doch wieder überraschend zurückgekommen - und hat seither wieder
alle Hände voll zu tun. Aber, wie schon gesagt: Er liebt ihn, den Stress . . .