Wien. (irr/vf) Zum dritten Mal blickt Staatsopernchef Dominique Meyer nun schon öffentlich in die Programmzukunft - und zeigt dabei wachsendes Selbstvertrauen. "Die Festspiele gehen weiter", erklärte er am Dienstag bereits in Hinblick auf aktuelle Repertoireabende wie "Cardillac". Die Zahlen geben dem Chef jedenfalls recht: Bei den Gesamteinnahmen liegt das Haus derzeit um rund eine Million Euro über dem Vergleichswert im März 2011 (aktuell: 20,6 Millionen Euro); die Sitzplatzauslastung konnte noch weiter gesteigert werden (98,84 Prozent).

Weil die Staatsoper im Herbst ein längeres Gastspiel in Japan bestreitet, wird es nächste Saison nur fünf statt sechs Opernpremieren geben. Den Anfang macht die Gluck-Oper "Alceste" (12. November), Regie führt Christof Loy. Statt des Staatsopernorchesters spielt, wie in Meyers erster Saison, ausnahmsweise ein Originalklang-Ensemble: Ivor Bolton wird das Freiburger Barockorchester leiten. Am 19. Dezember folgt eine Neuinszenierung von Strauss’ "Ariadne auf Naxos" - zwar in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, im Gegensatz zur Mozartstadt aber in der üblichen, weil "repertoiretauglichen" Werkfassung. Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst dirigiert, Christine Schäfer singt den Komponisten. Für die Regie zeichnet, ebenso wie bei "La Cenerentola" (26. Jänner 2013), Sven-Eric Bechtolf verantwortlich.

In Hans Werner Henzes "Pollicino", angelehnt an die Geschichte vom "Kleinen Däumling", wird danach eine Kinderoper auf der Hauptbühne ertönen - statt wie bisher im Kinderzelt auf der Terrasse (28. April). Die letzte Saisonpremiere, "Tristan und Isolde" mit Welser-Möst, zollt Wagners 200. Geburtstag Tribut. Der deutsche Musikdramatiker wird unter anderem aber auch durch einen Durchlauf des "Ring" (mit Nina Stemme) und die Wiederaufnahme der "Meistersinger" gewürdigt.

Nussknacker bis Blaubart

Aus dem Fundus holt man zudem Werke wie Donizettis "Regimentstochter" und Bergs "Wozzeck". Mittelfristig will Generalmusikdirektor Welser-Möst das Strauss-Repertoire noch ausbauen, mehr slawische Werke ins Programm holen (womit er mehr als sein Faible für Leoš Janačék meint) und Uraufführungen dirigieren.

Die Anzahl der Ballett-Premieren hat sich in der dritten Spielzeit von Staatsballett-Chef Manuel Legris nun auf drei eingependelt: Das traditionelle Weihnachtsballett "Der Nussknacker" (Premiere: 7. Oktober), diesmal in der Choreografie von Rudolf Nurejew, und der vierteilige Abend "Tanzperspektiven" (20. Februar) mit Werken zeitgenössischer Tanzschaffender wie David Dawson, Helen Pickett und Patrick de Bana stehen ebenso auf dem Programm wie die dritte "Nurejew Gala" (29. Juni 2013) - anlässlich des 20. Todestags und 75. Geburtstags von Legris’ Mentor. Darüber hinaus sind Klassiker wie "Manon" von Kenneth MacMillan, John Crankos "Romeo und Julia", sowie "La Sylphide" von Pierre Lacotte neben Nurejews "Don Quixote" zu sehen.

Die Volksoper zeigt hingegen Stephan Thoss’ "Blaubarts Geheimnis" (15. Dezember), "Kreation und Tradition - Ein Abend mit dem Wiener Staatsballett" (27. April) und übernimmt von der Staatsoper Jorma Elos "Ein Sommernachtstraum" (16. März).