"Eine Plattenfirma nimmt dich nur mit Gesamtpaket" , sagt Günter Mokesch, der die Kabarett-Tage organisiert. - © ©Michael Hetzmannseder
"Eine Plattenfirma nimmt dich nur mit Gesamtpaket" , sagt Günter Mokesch, der die Kabarett-Tage organisiert. - © ©Michael Hetzmannseder

Wien. Vier Abende mit jeweils zwei Kabarett-Programmen von Nadja Maleh bis Christoph & Lollo - und das Ganze von ORF III aufgezeichnet und dann im Sommer wöchentlich im Hauptabendprogramm ausgestrahlt. Günter Mokesch ist sichtlich stolz auf das Kabarett-Festival, das er auf die Beine gestellt hat. Die insgesamt acht Programme werden von 11. bis 14. Juni im "Local" in Wien-Döbling gespielt. "In Wien gibt es viel spannendes Kabarett, und wir haben für die Hyundai Kabarett-Tage die spannendsten Künstler gewinnen können", sagt Mokesch, der nicht nur dem Hauptsponsor dankbar ist, sondern auch dem ORF, der durch die TV-Übertragung für eine Multiplikation von unschätzbarem Wert sorgt. Dass es ein Erfolg und bei den Aufzeichnungen das Haus viermal voll wird, daran zweifelt Mokesch nicht wirklich. "Fairerweise muss man sagen, dass abzüglich der Kamerateams nicht mehr als 120 Besucher pro Vorstellung ins Local‘ passen."

Für Mokesch sind die Kabarett-Tage eigentlich nur ein weiteres Kabarett-Festival. Der Berufsmusiker leitet schließlich seit mittlerweile zehn Jahren das Kabarett & Comedy-Festival in Krems, zu dem er übrigens seinerzeit völlig überraschend kam. "In den 90ern habe ich mit Markus Linder mehrere Programme gemacht, die man als Musik-Kabarett bezeichnen könnte. Damals haben wir auch für eine Kremser Bank eine Gala gespielt, die ganz gut angekommen ist. Nachher habe ich mit dem Bankdirektor geplaudert - und dabei ist dann das Kremser Kabarett-Festival herausgekommen", erzählt Mokesch im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Auch abseits der Hyundai Kabarett-Tage ist er bald wieder kabarettistisch unterwegs: "Mit Andy Baum gibt es ab August ein neues Programm, eine Art Musik-Conference, bei der wir singen und plaudern."

"CDs allein spielt es nicht"


Doch wovon lebt einer wie Mokesch, der in den späten 1980ern als Mo mit seinem Hit "Send Me Roses" in den Charts rauf und runter gespielt wurde, mittlerweile aber nicht mehr so stark im Licht der Öffentlichkeit steht wie andere ehemalige Vertreter des Austropop? "Naja", sagt er grinsend, "die Leute hören heute noch immer irrsinnig viel Musik von mir - nur wissen sie es nicht." Mokesch macht nämlich bereits seit 1986 Film- und TV-Musik, 1999 kamen Werbeaufträge dazu, und heute besitzt er mit Partnern insgesamt drei Musikstudios. Es ist sozusagen die Mühe der Ebene, in der er sich bewegt. Obwohl er 2010 nach längerer Pause auch wieder eine neue CD ("Hallelujah") auf den Markt gebracht hat.

"Aber nur CDs alleine spielt es nicht. Eine Plattenfirma nimmt dich nur, wenn du ein ganzes Paket anbieten kannst, mit Tournee und TV-Auftritten", sagt Mokesch, der auch Kritik an den Radiosendern übt. "Der Anteil der inländischen Musik, die sie spielen, ist massiv geschrumpft. Und ohne Radio kannst du als Musiker nicht leben." Es ist also ein Teufelskreis, in dem er die nächste Musikergeneration sieht. Dazu kommen illegale Downloads. "Es wird immer mehr Musik gestohlen, aber es ist auch eine eigene Mentalität", meint Mokesch. Seiner eigenen Tochter hat er Geld gegeben, "damit sie ihre Musik legal runterlädt".