"Am spannendsten sind Uraufführungen": Josefstadt Direktor Herbert Föttinger. - © erich reismann
"Am spannendsten sind Uraufführungen": Josefstadt Direktor Herbert Föttinger. - © erich reismann

Wien. (rat) "Am spannendsten für mich, am aufregendsten für das Theater, am wichtigsten für Josefstadt und Kammerspiele sind Ur- und Erstaufführungen", sagt Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger bei der Spielplanvorschau für die kommende Saison. Von 13 Neuproduktionen kündigt das Theater sechs Ur- und zwei Erstaufführungen an.

Vier Auftragswerke


Der Coup der Saison sind wohl die vier Auftragsarbeiten von österreichischen Schriftstellern: Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann hat sein zweites Bühnenstück verfasst, "Mentor" gelangt im November in der Regie von Direktor Föttinger zur Uraufführung; im Mai wird Föttinger nunmehr das bereits für 2010 angekündigte Familiendrama "Aus Liebe" von Peter Turrini erstmals auf die Bühne bringen, gleiches gilt für das Stück "Total glücklich" von Turrinis Lebensgefährtin Silke Hassler, das im Jänner in den Kammerspielen erstmalig gezeigt werden soll. Auch Felix Mitterer hat ein Stück für die Josefstadt geschrieben, die Uraufführung seiner Recherchen über den österreichischen Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter ist für April 2013 angesetzt, Gregor Bloéb wird die Hauptrolle spielen.

Sandra Cervik und Otto Schenk werden in der Bühnenbearbeitung von Lily Bretts Manhattan-Neurosen-Roman "Chuzpe" diverse Vater-Tochter-Konflikte durchdeklinieren, Premiere ist im November in den Kammerspielen.

Eröffnet wird die Saison in der Josefstadt am 13. September mit -dön von Horváths "Kasimir und Karoline" (gespielt von Harald Windisch und Katharina Straßer).

Nach "Hedda Gabler" (mit Maria Köstlinger) und dem von Heinrich Heine inspirierten Wittenbrink-Abend "Der Tod und das Mädchen" folgt die deutschsprachige Erstaufführung des Drogenstücks "Speed" des US-Drehbuchautors Zach Helm.

Höhere Subventionen


Die laufende Spielzeit erzielte eine durchschnittliche Auslastung von 87,7 Prozent, der Eigenfinanzierungsbeitrag des Jahresgesamtbudgets von 22,5 Millionen Euro liegt bei rund 40 Prozent.

Darüber hinaus werden die Subventionen erhöht: Bis einschließlich 2015 zahlen Bund und Stadt Wien jährlich zusätzlich 380.000 Euro, doch die finanziellen Probleme des Hauses, bedingt durch kollektivvertraglich festgelegte Gehaltserhöhungen, sind damit noch nicht gelöst. Über mögliche Konsequenzen hielt man sich im Theater jedoch bedeckt.