Genau genommen denken alle vier ausschließlich an sich selbst: Bea, Doris, Alex, Christoph. Jeder und jede sehen die Dinge nur von der eigenen Warte aus und der/die Einzelne meint, jeder oder jede müsse sich danach richten.

Alex, ein kleiner Spießer, möchte es einmal mit Partnertausch probieren, weil ihm das anscheinend so "schön verrucht" vorkommt. Seine Frau Doris stimmt zu, will dann aber doch im letzten Moment von dem Ganzen Abstand nehmen. Die Sache nimmt indessen ihren Lauf - und das ganz anders als gedacht. "Zwei, Vier, Sex" nennt sich dieses ungemein geschickt gebaute Stück von dem österreichischen Kabarettisten und Theaterautor Stefan Vögel, das jetzt in der Freien Bühne Wieden zur Uraufführung kam.

Gespickt mit brillanten Einfällen ist die Inszenierung von Marcus Strahl. Außerdem lässt seine minutiöse Schauspielerführung die Vielschichtigkeit der einzelnen Charaktere voll zur Geltung kommen.

Leila Strahl, Michaela Ehrenstein, Michael Duregger, Felix Kurmayer schillern und funkeln und die von ihnen verkörperten Figuren sind nie wirklich zu durchschauen. Es wird viel gelacht über die großteils ziemlich eindeutigen Pointen, doch man merkt auch den Ernst, der hinter dem allen steht. Attraktiv das Bühnenbild von Erwin Bail. Ein besonderes Bravo für das Lichtdesign von Michael Heidinger.