Lady in Red: Ulrike Folkerts, bekannt als "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal, spielt in St. Pölten eine Nachtclubtänzerin. - © Sepp Gallauer
Lady in Red: Ulrike Folkerts, bekannt als "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal, spielt in St. Pölten eine Nachtclubtänzerin. - © Sepp Gallauer

"Wiener Zeitung": Robert Thomas’ Krimikomödie "Acht Frauen", die Freitagabend im Landestheater St. Pölten Premiere feiert, avancierte in der prominent besetzten Verfilmung von François Ozon (2002) zum Sensationserfolg. Wie empfinden Sie als längstgediente Kriminalhauptkommissarin Lena Odenthal den Genrewechsel zum trivialen Verbrecherspaß?

Ulrike Folkerts: Großartig! In dem Stück kann ich meine komödiantische Seite, die beim "Tatort" vielleicht fehl am Platz wäre, ausleben. "Acht Frauen" ist eine geradezu ideale Spielvorlage mit glänzenden Rollen, und Regisseurin Maria Happel hat ein besonderes Feingefühl für das Komödiantische. Damit eine Pointe wirklich sitzt, muss man die Figuren ernst nehmen.

Sie verkörpern Pierrette, eine ehemalige Nackttänzerin mit ausschweifendem Liebesleben und zweifelhaftem Charakter.

Eine für mich ungewöhnliche Rolle, wobei mir von Beginn an klar war, dass es darum gehen sollte, mich förmlich freizuspielen. Auf diese Weise kommen andere Facetten zum Vorschein, was mir große Freude bereitet. Mich interessiert, wie ich das Flair von Pierrettes Vergangenheit als Prostituierte rüberbringen kann. Natürlich werde auch ich ein rotes Kleid tragen - wie Fanny Ardant in der Verfilmung.

Bei den Salzburger Festspielen haben Sie 2005 und 2006 als erste Frau den Tod im "Jedermann" dargestellt. Kann man sich auf den eigenen Tod vorbereiten?

Man weiß zum Glück nicht, wie und wann man stirbt. Es gibt viele Menschen, die sich überlegen, wie sie selbst ihren Tod in die Hand nehmen können, niemand will mehr zum Pflegefall werden, an einer schrecklichen Krankheit dahinsiechen. Befindet man sich konkret in der Situation, bedeutet das wohl wieder eine Herausforderung ganz anderer Art. Der Tod nimmt in unserer Gesellschaft einen viel zu angstbesetzen Raum ein, er gehört schließlich zum Leben dazu. Beim "Jedermann" war es für mich daher reizvoll, die Figur des Todes nicht bloß grausam und furchterregend anzulegen.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit am Theater?

Das ist für mich wie eine Rückkehr zu den Wurzeln meines Berufs, die ich nicht missen möchte. Beim Drehen wächst man als Ensemble einfach nicht so zusammen, und es gibt kein Live-Erlebnis wie auf der Bühne. Vor meinem ersten "Tatort"-Engagement spielte ich zwei Jahre in Oldenburg am Theater.