Anlehnungsbedürftig: Homajon (l.) und David in der Künstlerkrise
Anlehnungsbedürftig: Homajon (l.) und David in der Künstlerkrise

Warum sind es immer nur dieselben großen Nummern, die Interviews in den Zeitungen kriegen? Warum muss Kabarett immer auf Zwang lustig sein? Und warum werden dabei immer die gleichen linken Zecken im Publikum mit vorgefasster Meinung von linken Zecken auf der Bühne bedient?

Fragen wie diese sind es, die Homajon, die Hälfte des Nachwuchs-Duos 2gewinnt, umtreiben - und die Frustration treibt ihn am Ende sogar in den Suizid. Freilich, wie es sich für einen bettelarmen Kabarettisten gehört, mittels im Internet bestellter Tabletten, die offenbar gar nicht wirken - oder doch, aber erst nach 90 Minuten, wie sich später herausstellt. Und weil es sich alleine einsam stirbt, hat er seinen Bühnenpartner David auch gleich vergiftet. Noch 90 Minuten zu leben: Die beste Ausgangsposition also, um noch einen gemeinsamen Abend zu bestreiten, an dem die beiden der heimischen Kabarettszene aber sowas von einem Spiegel vorhalten. Da wird geschimpft, da wird gezickt, da wird philosophiert über den Stumpfsinn des Lebens. Nicht frei von Pointen, aber trotzdem ohne Schenkelklopfer, dafür mit Lachern, die im Hals stecken bleiben.

Es sind die Schicksale zweier C-Kabarettisten, die hier offen vor dem Publikum ausgebreitet werden, während die beiden Protagonisten ihr voriges Programm "Faymann kauft sich eine Badehose" nun fiktiv für den ORF aufbereiten sollen, für die heilige Kuh der Branche, natürlich um die Hälfte der regulären Entlohnung, "aber dafür können wir dann durch zwei teilen", wie David, in Ehrfurcht erstarrt vor General Wrabetz, treffend feststellt. Willkommen in der Welt des Künstlerprekariats.

Sehr trist das Ganze, aber Kabarett darf so sein - schließlich ist es keine Comedy. Wer die sucht, wird woanders fündig. 2gewinnt haben sich stattdessen dem ernsten Fach verschrieben. Jetzt müssen Sie es nur noch in den echten ORF schaffen . . .

2gewinnt: Der Stumpfsinn des Lebens

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