Christof Spörk, ein Wutbürger und Witzbold. - © Niedermair
Christof Spörk, ein Wutbürger und Witzbold. - © Niedermair

Warum hat die ÖBB-Vorteilscardnummer 16 Stellen und bewegt sich somit im Billiarden-Bereich, wenn Österreich doch nur 8,4 Millionen Einwohner hat? Bereiten sich die ÖBB schon auf die Weltherrschaft vor? Wollen sie vielleicht erst Europa und danach China und Indien gleich mit erobern? Fragen wie diese bewegen Christof Spörk am Beginn seines neuen Programms "Edelschrott", in dem er gleich darauf feststellt: Die Chinesen werden vielmehr Europa erobern. Sie sind eigentlich schon da.

Mit der Art und Weise, wie er diese knallharte Analyse in den folgenden zwei Stunden komödiantisch ausbaut, beweist der Steirer mit dem sympathischen Dackelblick, dass er den Österreichischen Kabarettpreis 2011 völlig zu Recht bekommen hat. Nicht nur, weil sich der Noch-Global-Kryner (seine Band hat für Oktober ihre Auflösung angekündigt) auf hohem Niveau bewegt, wenn er mit Knopferlharmonika, Keyboard und Klarinette jazzt und volksmusiziert.

Auch wenn er dabei manchmal sehr experimentell über die Bühne hüpft, wird es nie peinlich, und statt Klamauk setzt er auf bierernstes Kabarett. Hier kommen bittere Wahrheiten auf den Tisch, etwa zur Frage: "Wer hat Marxismus, Kolonialismus, Kapitalismus und Umweltverschmutzung erfunden? Wir!" Auch wenn die Chinesen es von uns dann kopiert und ausgebaut haben.

Trotzdem lässt er sein Publikum Tränen lachen, weil der Mann es einfach schafft, gleichzeitig ein Wutbürger und ein Witzbold zu sein. Und so ist er auch überzeugt, dass Amerika heute anders ausschauen würde, wenn die Österreicher schon 1492 so gut segeln hätten können wie unsere Olympia-Helden von 2008, Roman Hagara, Hans Peter Steinacher und Christoph Sieber. Aber was soll’s, früher oder später kommen die Chinesen ja eh auch dorthin.

Kabarett

Christof Spörk: Edelschrott

Wh.: 21., 22. und 23. Februar,
5., 12., 19. und 26. März Kabarett Niedermair