"Eva König oder Das Glück des Gotthold Ephraim Lessing in der Wiedner Hauptstraße" nannte Gerald Szyszkowitz seine Komödie in fünf Bildern, die jetzt in der Freien Bühne Wieden zur Uraufführung kam. Das Stück beschreibt Lessings Beziehung zur Witwe Eva König, die er nach einigen Jahren Verlobungszeit auch heiratete. Das tragische Ende verschweigt er (Eva starb - nicht einmal zwei Jahre nach der Hochzeit - im Kindbett).

Aus Briefen Lessings


Zur Zeit, als Lessing Eva kennenlernte, wurde in Hamburg sein Lustspiel "Minna von Barnhelm" uraufgeführt und mit dem sturen, auf Ehre bedachten Tellheim beschrieb der Dichter wohl sich selbst. So entschloss sich Szyszkowitz, sein Stück aus Briefen Lessings und aus (teilweise etwas abgeänderten) Szenen aus "Minna von Barnhelm" zu bauen. Was zu einem reizvollen Ganzen führte. Begleitet wird das bunte Spiel von Mozart-Variationen (brillant am Klavier Béla Fischer).

Szyszkowitz inszenierte minutiös und ließ seinem Schauspielerteam doch viel Raum, was starke Persönlichkeiten wie Marcus Strahl (Lessing) und Gerhard Rühmkorf auch weidlich nutzen konnten, Michaela Ehrenstein und Kerstin Raunig Gelegenheit bot, ihren Charme zu entfalten, und Philipp Limbach, Felix Kurmayer sowie Martin Gesslbauer Möglichkeiten zur Komödiantik bot. Da auch Babsi Langbeins Kostüme gelungen waren, konnte man den Abend entspannt genießen.